"Guten Morgen, Herr Präsident": Papst empfing Frank-Walter Steinmeier (Update und Video)

Papst Franziskus und Frank-Walter Steinmeier am 9. Oktober 2017
Foto: L'Osservatore Romano
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(UPDATE 14:50: Neu bekannt gewordene Einzelheiten zum Gespräch ergänzt.)

Papst Franziskus hat am heutigen Montag den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier empfangen. Die beiden hätten einander in deutscher Sprache begrüßt, hieß es. 

Die beiden hätten sich eine knappe Stunde lang über die Massenmigration nach Europa, den Umweltschutz, die jüngsten Wahlen in Deutschland und über Populismus unterhalten.

Nach der Audienz sagte Steinmeier gegenüber Journalisten, der Papst habe nach den Konsequenzen des Wahlergebnisses in Deutschland gefragt und sei gut informiert gewesen. Über Flüchtlinge und Einwanderer habe man sich besonders ausführlich unterhalten, und die Rolle Deutschlands in der Migrationskrise. 

Auch die Rolle der Kirche in Konflikten und die Beziehungen zwischen Protestanten und Katholiken seien Gegenstand des Gesprächs gewesen. Der Papst habe ihn sehr beeindruckt, so der Bundespräsident.

Rede zum Reformationsgedenken 

Neben der Audienz steht für den 61 Jahre alten SPD-Politiker in Rom heute der Besuch von Sant'Egidio auf dem Programm. Die 1968 gegründete katholische Organisation ist in der Migrationspolitik aktiv und setzt sich unter anderem für Einwanderer und deren Aufnahme ein.

Am gestrigen 8. Oktober sprach Steinmeier in der evangelisch-lutherischen Kirche in Rom über "500 Jahre Reformation: Europa zwischen Einheit und Vielfalt".

Dabei zog der Protestant und Vater eines Kindes eine durchaus kritische Bilanz der Ereignisse vor 500 Jahren und ihrer Konsequenzen. Steinmeier sprach über den "Zerstörungsfuror" und das Leid, welches die Spaltung besonders über die Deutschen im Dreissigjährigen Krieg gebracht habe, und die bis heute "aus dem kollektiven Unterbewusstsein und aus der Erinnerung" der Deutschen nicht verschwunden seien. Der Begriff "Refom", der in "Reformation" stecke, sei heute ein strapazierter Begriff. Es gehe aktuell wieder darum, auf Frieden und Versöhnung zu setzen.

Vor dem Rückflug nach Berlin stehe noch ein Besuch des Vatikanischen Museums und der Basilika des Heiligen Klemens auf dem Programm, berichteten Medien.

Elise Harris in Rom trug zur Berichterstattung bei.

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