Papst Franziskus: Den eigenen Status über Dienst zu stellen, ist eine geistliche Krankheit

Papst Franziskus beim Gebet des Angelus
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Tu Gutes im Geist des Dienens, nicht aus dem Wunsch nach persönlichem Ruhm. Das hat Papst Franziskus am Sonntag gesagt.

In seiner Botschaft vor dem Angelusgebet am 17. Oktober sagte Papst Franziskus, dass es eine weltliche Mentalität gibt, die sogar Katholiken dazu verleitet, "alles zu erleben, einschließlich der Beziehungen, um unseren Ehrgeiz zu nähren, die Erfolgsleiter zu erklimmen und wichtige Positionen zu erreichen".

"Das Streben nach persönlichem Ansehen kann zu einer geistlichen Krankheit werden, die sich sogar hinter guten Absichten verbirgt: zum Beispiel, wenn wir hinter dem Guten, das wir tun und predigen, in Wirklichkeit nur uns selbst und unsere eigene Bestätigung suchen", sagte er von einem Fenster mit Blick auf den Petersplatz.

Dies geschehe auch in der katholischen Kirche, sagte er: "Wie oft versuchen wir Christen - die eigentlich Diener sein sollten - aufzusteigen, um voranzukommen."

Deshalb müssen wir ständig die wahren Absichten unseres Herzens überprüfen, sagte er, und uns fragen: "Warum übernehme ich diese Arbeit, diese Verantwortung? Um zu dienen oder eher, um anerkannt zu werden, gelobt zu werden und Komplimente zu bekommen?"

Papst Franziskus sprach über den Wunsch nach Anerkennung während einer Betrachtung über die Tageslesung aus dem Markusevangelium, in der zwei Jünger, Jakobus und Johannes, Jesus fragen, ob sie eines Tages zu seiner Rechten und Linken in der Herrlichkeit sitzen können.

"Jesus bietet ihnen geduldig eine große Lehre an: Die wahre Herrlichkeit erlangt man nicht, indem man sich über andere erhebt, sondern indem man dieselbe Taufe erfährt, die er nur wenig später in Jerusalem empfangen wird, nämlich das Kreuz", so Franziskus.

Mit diesen Worten kontrastiert Jesus diese weltliche Logik mit seiner eigenen", fügte der Papst hinzu: "Statt dich über andere zu erheben, steige von deinem Podest herunter, um ihnen zu dienen; statt dich über andere zu erheben, tauche in das Leben der anderen ein".

Er erklärte, dass wir durch unsere christliche Taufe in Jesus eintauchen und die Gnade empfangen, die uns dazu anleitet, Christus im Dienst an anderen zu folgen.

"Das Wort 'Taufe' bedeutet 'Untertauchen': Durch sein Leiden ist Jesus in den Tod eingetaucht und hat sein Leben geopfert, um uns zu retten. Deshalb ist seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit Gottes, die Liebe, die zum Dienst wird, und nicht die Macht, die zu dominieren sucht", sagte er.

Papst Franziskus betonte, dass "Gott die Liebe ist, und die Liebe ist demütig, sie erhebt sich nicht, sondern steigt herab wie der Regen, der auf die Erde fällt und Leben bringt".

"Sie ist eine Gnade, ein Feuer, das der Geist in uns entfacht hat und das genährt werden muss", fügte er hinzu. "Bitten wir heute den Heiligen Geist, die Gnade der Taufe in uns zu erneuern, das Eintauchen in Jesus, in seine Art zu sein, mehr im Dienst, im Dienen".

"Und beten wir zur Madonna: Sie - obwohl sie die Größte war - wollte sich nicht erheben, sondern war die demütige Dienerin des Herrn und ist ganz in unseren Dienst eingetaucht, um uns zu helfen, Jesus zu begegnen", schloss er.

Rosenkranz-Initiative und Anschläge

Nachdem Papst Franziskus den Angelus in lateinischer Sprache gebetet hatte, unterstützte er eine Initiative des katholischen Hilfswerks Kirche in Not — Aid to the Church in Need (ACN): "Eine Million Kinder beten den Rosenkranz".

Die weltweite Rosenkranzkampagne findet jährlich am 18. Oktober, dem Fest des Heiligen Lukas, statt.

Mehr als 100.000 Kinder aus 44 Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, Spanien, Kenia, Indien, Kolumbien und die Philippinen, haben sich bereits angemeldet, um an der Initiative teilzunehmen, wie aus einer von ACN veröffentlichten Online-Karte hervorgeht.

"Ich ermutige diese Gebetskampagne, die in diesem Jahr in besonderer Weise der Fürsprache des Heiligen Josef anvertraut wurde", sagte Papst Franziskus. "Ich danke allen Jungen und Mädchen, die daran teilnehmen."

Der Papst wies auch auf die Seligsprechung von Pater Juan Elías Medina und 126 weiteren Märtyrern hin, die am 16. Oktober in Córdoba, Spanien, stattfand.

Medina und die 126 Gefährten - unter ihnen Priester, Ordensleute und Laien - wurden während der Verfolgung während des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 aus Hass gegen den Glauben getötet.

Franziskus betete, dass ihre Treue "uns allen, besonders den verfolgten Christen in verschiedenen Teilen der Welt, die Kraft gibt, das Evangelium mutig zu bezeugen."

Papst Franziskus sagte auch, er sei den Familien der Opfer der jüngsten Terroranschläge und Gewalt in Norwegen, Afghanistan und England nahe.

Eines der Opfer war der katholische und für das Leben eintretende britische Abgeordnete Sir David Amess, der am 15. Oktober starb, nachdem er in einer methodistischen Kirche im Südosten Englands mehrere Stichwunden erlitten hatte.

Der 69-jährige Amess war seit 1983 Mitglied des Parlaments und gehörte der konservativen Partei an. Er hielt eine Sitzung mit seinen Wählern in der Belfairs Methodist Church ab, als der Angriff stattfand.

Ein 25-jähriger Mann wurde im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet und wird auf der Grundlage des Terrorismusgesetzes verhört, nachdem erste Ermittlungen eine mögliche Verbindung zum islamischen Extremismus aufgedeckt hatten, berichtete die BBC am 17. Oktober.

"Ich bitte Sie, den Weg der Gewalt zu verlassen, der immer ein verlorenes Verfahren ist und eine Niederlage für alle bedeutet. Erinnern wir uns daran, dass Gewalt Gewalt hervorbringt", sagte Papst Franziskus.

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Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.