Papst Franziskus: Verfahren wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen Bischof Zanchetta

Papst Franziskus bei einer Begegnung mit Bischof Gustavo Zanchetta
Vatican Media

Papst Franziskus hat mitgeteilt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen den des sexuellen Missbrauchs und Fehlverhaltens beschuldigten Bischof Gustavo Oscar Zanchetta abgeschlossen ist und nun vor Gericht kommt.

In einem am 28. Mai vom Vatikan veröffentlichten Interview sagte Papst Franziskus, er habe die Befunde der Untersuchung im Fall Zanchetta Anfang dieses Monats gelesen und gesehen, "dass ein Prozess notwendig ist".

Franziskus sagte weiter, dass die Kongregation für die Glaubenslehre den Prozess durchführen werde: "Sie werden ein Gerichtsverfahren durchführen, sie werden eine Strafe verhängen und ich werde sie verkünden", so der Papst.

Bischof Zanchetta war am 1. August 2017 als Bischof von Orán (Argentinien) zurückgetreten. Zum Zeitpunkt des Rücktritts wurden, wie CNA Deutsch berichtete, als Begründung Gesundheitsprobleme und Schwierigkeiten im Umgang mit seinem Klerus angeführt.

Der Vatikan leitete zu diesem Zeitpunkt keine Ermittlung wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs ein, trotz mehrerer Hinweise von anderen Bischöfen und Klerikern.

In dem gestern auf Spanisch veröffentlichten Interview sagte Papst Franziskus nun, dass er Zanchetta nach seinem Rücktritt im Juli 2017 zu einem psychiatrischen Test geschickt habe, und nicht auf "einen Urlaub in Spanien", wie einige Medien berichtet hätten. Der Papst weiter: "Das Testergebnis war normal, sie empfahlen einmal im Monat eine Therapie". Deshalb sei Zanchetta auch nicht nach Argentinien zurückgekehrt, weil er jeden Monat für zwei Tage Therapie nach Madrid gemusst habe.

Er teile dies alles nun mit, fuhr Franziskus fort, um den "ungeduldigen Menschen" zu antworten, die sagen würden, dass nichts getan werde.

"Der Papst sollte nicht veröffentlichen, was er jeden Tag tut, aber vom ersten Moment dieses Falles an habe ich nicht untätig zugesehen", verteidigte er sich gegenüber der mexikanischen Journalistin Valentina Azraki.

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Im gleichen Interview sagte Papst Franziskus auch, das er nicht über Sanktionen gegen den ehemaligen Kardinal McCarrick und dessen Verhalten informiert worden sei.

Auf die Frage der Journalistin zum Fall Zanchetta, ob er es nicht auch für wichtig halte, darüber zu informieren, antwortete Franziskus: "Ich habe es jetzt gesagt. Aber ich kann es nicht jeden Moment tun, aber ich habe nie aufgehört."

Zanchetta ist derzeit – wegen der laufenden Ermittlungen gegen ihn – von seinem Amt des Assessors der Güterverwaltung des Vatikans beurlaubt. Papst Franziskus hatte diesen Posten eigens für Zanchetta geschaffen, nachdem der Beschuldigte von seinem Amt als Bischof von Orán im August 2017 zurücktrat.

Im Bistum Orán waren wiederholt schwere Vorwürfe gegen Zanchetta erhoben worden.

In dem gestern veröffentlichten Interview bestätigte Papst Franziskus, dass es eine Anschuldigung gegen Zanchetta gegeben habe. Er habe ihn "sofort" in den Vatikan einbestellt, um darüber zu reden.

Damit bestätigte der Papst nun die Berichterstattung argentinischer Medien.

Franziskus sagte, Zanchetta "verteidigte sich, indem er sagte, dass sie [sein Smartphone] gehackt hatten, und er verteidigte sich gut." Er fügte hinzu, dass die Beweise bei ihm Zweifel hinterließen, daher habe er "in dubio pro reo" entschieden – für den Angeklagten.

Franziskus bestätigte auch, dass Zanchetta vorgeworfen wurde, sich "despotisch, autoritär" verhalten zu haben: "Es besteht kein Zweifel, dass sich der Klerus von ihm nicht gut behandelt fühlte".

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Und er räumte ein, dass Zanchetta im Verdacht stand, finanzielle Misswirtschaft zu treiben.

Doch habe Zanchetta die Dinge in der Tat nicht wirtschaftlich "misshandelt", sondern sei nur "unorganisiert" gewesen, so Papst Franziskus im Interview am 28. Mai.

Franziskus hatte Zanchetta im Jahr 2013 zum Bischof von Orán ernannt. Es war eine der ersten Ernennungen des Papstes nach seiner eigenen Wahl. Davor war Zanchetta unter anderem geschäftsführender Sekretär der Argentinischen Bischofskonferenz - deren Vorsitz von 2005 bis 2011 der damalige Kardinal Jorge Mario Bergoglio innehielt.

Gegen Zanchetta ermitteln zudem die Behörden in Argentinien wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs.

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