Papst: Migranten dürfen nicht ausgegrenzt werden

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 22. Mai 2015
Foto: Stephen Driscoll / CNA Deutsch
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Alle Menschen haben eine Verantwortung, Rassismus in der modernen Welt zu bekämpfen und sich um die Integration von Migranten zu bemühen: Das sagte Papst Franziskus vor mehr als 200 Teilnehmern auf einer Konferenz in Rom am gestrigen Donnerstag.

Die internationale Konferenz "Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und populistischer Nationalismus im Kontext der globalen Migration" wurde vom Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen organisiert, zusammen mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Papst Franziskus warnte die Anwesenden, dass in der modernen Welt offenbar ein zunehmendes Gefühl von Misstrauen, Angst, Verachtung und sogar Hass gegenüber Einzelpersonen oder Gruppen herrsche. 

Die ethnische, nationale oder religiöse Identität as Verdachtsmoment sei aber nicht gerechtfertigt, so der Pontifex zu den Konferenzgästen.

Damit werde dem Fremden oft die Würde abgesprochen und eine Integration erschwert. Intoleranz, Diskriminierung oder Ausgrenzung seien die Folge, so Franziskus.

Die Ausgrenzung von Ausländern könne auch in der Politik verankert werden, da einige Gesetzgeber Ängste und Befürchtungen für politischen Gewinn nutzen, sagte der Papst.

Angesichts dieser "gesellschaftlichen Veränderungen" seien alle Menschen aufgerufen, die Achtung vor der inneren Würde jedes Menschen zu pflegen und zu fördern".

Pastor Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, sagte laut Vatican News, dass die Konferenz ein starkes ökumenisches Engagement im Umgang mit der globalen Herausforderung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zeigen solle. Einen gemeinsamer Text solle als Grundlage für weitere Bemühungen dienen.

Er betonte, wie wichtig es sei, Politiker zu unterstützen, die sich für die Menschenrechte von Migranten einsetzen, und betonte die Rolle religiöser Führungspersönlichkeiten bei der Wahrung der Menschenwürde in öffentlichen Diskussionen über Migration.

"Es gibt keine einfache politische Antwort auf all dies: Es ist eine sehr komplexe politische Situation, aber wir glauben, dass die Kirchen mit unseren Werten, aber auch mit unseren Netzwerken, unseren Gemeinschaften, als Menschen und als Menschen des Glaubens viel beitragen können", sagte er.

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