"Leitungsteams" zum “Schutz vor Klerikalismus”? Bischof Ackermanns Pläne für Bistum Trier

Bischof Stephan Ackermann von Trier
Foto: Raimond Spekking / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

Wie die Pressestelle des Bistums Trier am Mittwoch mitteilte, hat Bischof Stephan Ackermann die geplante Abschaffung von Pfarreien und Einführung von "Leitungsteams" verteidigt — und unter anderem als "Schutz vor Klerikalismus" bezeichnet. 

Die als "Reform" bezeichneten Änderungen wurden nach einer Intervention aus Rom vorerst gestoppt: "Eine Aussetzung des Umsetzungsgesetzes" für das deutsche Bistum. Ackermann hatte geplant, die bestehenden fast 900 Pfarreien der Diözese auf insgesamt 35 Pfarreien zu reduzieren. Die römische Kleruskongregation hatte im November 2019 die Pläne, die als "Gesetz zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013–2016" veröffentlicht wurden, nach Beschwerden zur Überprüfung ausgesetzt (CNA Deutsch hat ausführlich berichtet).

"Es geht nicht bloß um eine Reform von Strukturen, sondern darum, auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten", verteidigt Bischof Ackermann in der aktuellen Ausgabe der Bistumszeitung "Paulinus" seinen ursprünglichen Entwurf, nachdem dieser voerst vom Vatikan kassiert wurde. Er habe sowohl die von der Kleruskongregation als auch die vom Päpstlichen Rat für die Interpretation der Gesetzestexte gewünschten Stellungnahmen nun nach Rom geschickt, sagte Ackermann dem "Paulinus". Darin habe er den Weg, den das Bistum mit und seit der Synode gegangen ist, geschildert und sei dabei auch auf den priesterlichen Dienst eingegangen, so der Bischof:

"Wir sind jeden Tag dazu herausgerufen, unseren Glauben zu bezeugen und zu leben. Und ich lade dazu ein, gerade auch vor Ort zusammen mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern über die vielfältigen Impulse, die uns das Synodendokument gibt, im Gespräch zu bleiben."

In der Stellungnahme an den Päpstlichen Rat beschreibe er, wie die geplante Pfarrei "die missionarische und diakonische Sendung verwirklichen kann, wie die Orte von Kirche die Pfarrei als Gemeinschaft von Gemeinschaften bestimmen und wie Christinnen und Christen im Leitungsteam oder den Gremien mitwirken und mitbestimmen können", sagte Ackermann. Dabei dürften jene, die sich von der Kirche distanziert hätten, nicht ausgeschlossen werden. Die zukünftigen Pfarreien schaffen durch "die Orte von Kirche eine neue Gestaltungsfreiheit für die Gläubigen vor Ort", "um mit neuer Freude und Kreativität das Evangelium zu leben und weiterzugeben". Die Pfarrei verstehe er als "Gemeinschaft von Gemeinschaften", betonte Ackermann.

Die geplanten Veränderungen hätte laut Ackermann auch "die Entlastung vieler Priester von Verwaltungsaufgaben" zur Folge. Damit ergeben sich "Freiräume für Aktivitäten in der Seelsorge", der Diakonie und Verkündigung, die, wie der Bischof behauptet, "unter den gegenwärtigen Bedingungen so nicht gegeben wären".

Ackermann ist sich sicher, dass die im sogenannten "Leitungsteam" und mit dem Rat der Pfarrei gemeinsam getragene Verantwortung dem Klerikalismus entgegenwirke. Die besondere Verantwortung des Pfarrers, die ihm aufgrund von Weihe und Beauftragung zukomme, sehe er dabei nicht gefährdet, sagte Ackermann.

Einen Zeitplan für die Klärung mit den römischen Behörden gebe es noch nicht, sagte der Bischof. Seit der Aussetzung des Umsetzungsgesetzes stehe er in Kontakt mit den römischen Stellen; es sei ein "unkomplizierter und guter Austausch". Dennoch müsse jetzt „niemand die Hände in den Schoß legen".

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