Tansanischer Kardinal: Ideologische Kolonisierung durch Hilfe aus dem Ausland ablehnen

Flagge Tansanias
Foto: Jiri Flogel/Shutterstock
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Der Erzbischof von Dar es Salaam hat die tansanische Regierung aufgefordert, jede Auslandshilfe abzulehnen, die mit der Bedingung verknüpft ist, westliche Vorstellungen und kulturelle Normen zur Homosexualität einzuführen.

Während einer Erntedank-Messe im November in Dar es Salaam sagte Kardinal Polykarp Pengo: "Es ist besser, vor Hunger zu sterben, als Hilfe zu erhalten und gezwungen zu werden, Dinge zu tun, die dem Wunsch Gottes zuwiderlaufen".

Westliche Nationen "werden aufhören, uns zu unterstützen, wenn wir gegen Homosexualität sind", sagte Pengo laut "AMECAE News".

Der Kardinal fügte hinzu, "die Sünde der Homosexualität" stehe "im Widerspruch zu Gottes Plan in der Schöpfung und sollte überhaupt nicht akzeptiert werden".

Homosexuelle Handlungen sind in Tansania gesetzlich verboten.

Die "Development Partners Group Tanzania" berichtet, dass im Jahr 2011 insgesamt 33 Prozent aller tansanischen Staatsausgaben durch ausländische Hilfe finanziert wurden.

Nach Angaben von USAID erhielt das Land im Jahr 2016 allein aus den USA 626 Millionen Dollar an Entwicklungshilfe. Der größte Teil der Mittel, mehr als 200 Millionen Dollar, wurde im Rahmen des Notfallplans des US-Präsidenten für die AIDS-Hilfe (PEPFAR) verteilt.

Kardinal Pengo sagte nicht, wie beziehungsweise welche ausländischen Hilfsprogramme eine permissive Einstellung zur Homosexualität im Land fördern könnten.

Im Jahr 2011 drohte der britische Premierminister David Cameron damit, die Auslandshilfe für Länder, in denen homosexuelle Handlungen illegal sind, auszusetzen oder zu reduzieren. Der tansanische Außenminister sagte damals Reportern, sein Land könne "auf die britische Hilfe verzichten".

Im Juli bekräftigten PEPFAR und die "Elton John AIDS-Stiftung" ihr Engagement für einen Fonds zur HIV-Prävention und -Behandlung in Subsahara-Afrika. Der LGBT-Fonds soll sich auch mit "Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt gegen LGBT-Bürger" in Afrika befassen, so eine Erklärung von PEPFAR vom 24. Juli.

Papst Franziskus ist ein häufiger Kritiker der "ideologischen Kolonisierung" und der Auferzwingung sozialer und kultureller Weltanschauungen auf Entwicklungsländer durch reichere Nationen.

Im Jahr 2015 verurteilte der Papst die "neue ideologische Kolonisation, die versucht, die Familie zu zerstören", einschließlich der Bemühungen, "die Institution der Ehe durch Relativismus neu zu definieren". Auch im Januar 2018 warnte er vor den Folgen dieser Entwicklung:

"Es kann deshalb die auf gewisse Weise paradoxe Gefahr bestehen, dass im Namen der Menschenrechte moderne Formen von ideologischer Kolonisierung der Starken und Reichen zum Schaden der Armen und Schwachen entstehen", so Franziskus, wie CNA Deutsch berichtete

Tansania hat eine wachsende Wirtschaft, aber jüngste Umfragen haben ergeben, dass mehr als 75 Prozent der Bevölkerung des Landes im vergangenen Jahr unter Nahrungsmangel gelitten haben. Tatsächlich hat das Land einen der weltweit höchsten Prozentsätze an unterernährten Bürgern.

Pengo, 74, sagte den Katholiken in Tansania, dass das Land die westliche Einstellung zur Sexualität nicht akzeptieren sollte, egal was es kost.

"Wir können solche unangenehmen Dinge für Gott nicht akzeptieren; und wenn wir verhungern, weil wir uns geweigert haben, uns an solchen Handlungen zu beteiligen, dann würden wir lieber mit unserem Gott sterben. Die Annahme von Homosexualität bedeutet, Gott zu verleugnen", sagte der Kardinal.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

Das könnte Sie auch interessieren: