Verfolgung durch Islamisten hat die Berufung dieses Priesters bestärkt

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Foto: Pixabay / Gemeinfrei
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Während seiner Jahre im Seminar wurde Pater Kevin aus Nigeria Zeuge eines Massakers, bei dem seine Nachbarn durch die Hände von Terroristen Boko Harams getötet wurden. Das führte dazu, dass er Angst bekam und an seiner Berufung zweifelte. Mit der Hilfe von Kirche in Not jedoch ging er seinen Weg weiter und erklärt heute, dass er "Licht Christi und Balsam für die anderen sein will."

Nigeria ist jenes Land, das die höchste Rate an Terrorismus in Afrika und die dritthöchste weltweit besitzt. In den letzten beiden Jahren starben 5000 Menschen durch Attentate, die von der islamistischen Organisation Boko Haram verübt worden waren, die aktuell in den 19 Staaten vertreten ist, in die sich das Land unterteilt. 12 davon unterstehen der "Scharia", dem islamischen Gesetz, aufgrund dessen die Christen verfolgt werden.

Im Jahre 2011 war Pater Kevin Seminarist der Diözese Kaduna (Nigeria). Als er nach ein paar Tagen Exerzitien nach Hause zurückkam, sah er, wie seine Nachbarn von Anhängern Boko Harams umgebracht wurden.

 "Ich hatte meine geistlichen Exerzitien beendet und kam glücklich nach Hause zurück, um mit meinen Eltern, Verwandten und Freunden die Erfahrungen aus dem Seminar zu teilen. Da war es, als ich diese Tragödie erlebte. Aber Gott hat uns geholfen", erinnerte er sich.

"Meine Schwestern und ich durchquerten eine Zone, in der der Kampf zwischen gegnerischen Dörfern wütete. Viel Blut wurde vergossen und wir befanden uns inmitten dieses Konfliktes. Ich fragte mich, wie wir wohl aus dieser Situation rauskommen würden, wenn es da Terroristen gab, die die Leute mit Buschmessern abschlachteten".

In diesem Jahr wurden 800 Menschen getötet und 65.000 dazu gezwungen, ihre Häuser im westlichen Teil Nigerias zu verlassen.

Pater Kevin fürchtete nicht nur um sein Leben. Zeuge dieses Gemetzels zu sein bewegte ihn sehr; er fiel in eine tiefe Glaubenskrise und zweifelte an seiner Berufung. Daher entschloss er sich, mit seinem geistlichen Leiter zu sprechen.

"Er sagte mir: Wenn du fühlst, dass Gott dich zu diesem Dienst berufen hat, dann darf keine Schwierigkeit zu einem Hindernis für dich werden. Deine Berufung zum Priestertum wird mit der Verfolgung verbunden sein und damit, den Schmerz der anderen zu lindern".

Im Vertrauen auf Gottes Pläne setzte Kevin seine Ausbildung fort.

Das Priesterseminar von Kaduna in Nigeria gehört zu den Seminaren, die von Kirche in Not finanziell unterstützt werden. In den letzten fünf Jahren hat die Organisation 258.960 Euro für die Ausbildung der Seminaristen, Ordensleute und Laien in dieser am meisten von Boko Haram gegeißelten Region bereitgestellt.

Kirche in Not erläutert, dass "viele Seminaristen wie Kevin in der Verfolgung weit davon entfernt sind, ihren Weg zu verlassen, und sich im Gegenteil noch treuer ihre Vorbereitung zum Priestertum hingeben. Mehr denn je ist ihnen die echte Bedeutung ihrer Berufung bewusst."

In ganz Afrika gibt es 43.000 Seminaristen. Nigeria ist das Land mit den meisten Berufungen zum Priestertum. Aktuell gibt es dort etwa 5.000 Priesteramtskandidaten.

Übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Finner. Weitere Informationen zur Organisation und den Projekten von Kirche in Not finden Sie auf der Website des Hilfswerks.

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