"Versuch der Islamisierung": Christen in Nigeria kritisieren Richterernennungen

Präsident Muhammadu Buhari von Nigeria
Foto: Chatham House CC 2.0

Angesichts der Ernennung neuer Richter in Nigeria haben führende christliche Persönlichkeiten der Regierung von Muhammadu Buhari vorgeworfen, das westafrikanische Land islamisieren zu wollen. 

In ihrer Erklärung vom 11. April, die ACI Africa vorliegt, der afrikanischen Partneragentur von CNA Deutsch, forderte die Führung der Christian Association of Nigeria "ernsthafte Korrekturen" bei bereits erfolgten Ernennungen und einen "Paradigmenwechsel" bei zukünftigen Ernennungen von Richtern.

"Unter der Aufsicht von Präsident Buhari, besonders während seiner ersten Amtszeit, war die Justiz buchstäblich ein Anhängsel des Nigerianischen Obersten Rates für Islamische Angelegenheiten (NSCIA): Dessen Mitglieder waren zuständig für seine Angelegenheiten", sagten die Vertreter von CAN.

In Anspielung auf den ehemaligen Obersten Richter des Landes, der zehn Jahre lang kein öffentliches Amt bekleiden durfte, fügten sie hinzu: "Wir alle wissen, wie sie Richter Walter Onnoghen aus dem Amt entfernt haben, ohne ein ordentliches Verfahren einzuhalten."

"Der große Plan der subtilen Islamisierung besteht darin, einen Muslim an die Spitze jedes wichtigen Gremiums, Komitees und parastaatlichen Organs zu stellen und die Christen ohne großen Einfluss auf den Entscheidungsprozess ihm zu unterstellen", so die Vertreter des ökumenischen Gremiums, dem auch Katholiken angehören.

Nach den jüngsten Ernennungen in Nigeria am 19. März beschuldigte der Präsident von CAN, Supo Ayokunle, die Führung des Landes, Christen gezielt ins Abseits zu stellen. "Wie kommt es, dass alle 13 neu ernannten Richter aus dem Norden alle Muslime sind. Bedeutet das, dass alle Christen im Norden Dummköpfe sind? Bedeutet das, dass es keinen einzigen Christen gibt, der gebildet genug ist, um sich für diese Position zu qualifizieren?"

Vertreter der ökumenischen Organisation äußerten außerdem ihren Unmut über die "vulgäre, unreife Sprache und die nicht druckbaren Worte", mit denen sich islamische Spitzenvertreter an ihre christlichen Gesprächspartner gewandt hätten.

Zahlen des Pew Research Centres zufolge war die Bevölkerung Nigerias im Jahr 2012 zu 49,3 Prozent christlich und zu 48,8 Prozent muslimischen Glaubens, während 1,9 Prozent entweder indigene Glaubensformen praktizierten oder keiner Gruppe angehörten.

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