Wegen Corona-Pandemie: Österreichs Bischöfe verschieben Ad-Limina-Besuch auf 2022

Erzbischof Franz Lackner
Foto: Erzbistum Salzburg

Der Vatikan hat der Bitte um eine erneute Verschiebung des Ad-Limina-Besuchs durch die österreichischen Bischöfe entsprochen.

Kommende Woche wollten die Kirchenmänner Papst Franziskus und den Vatikan besuchen, nachdem der ursprünglich für Februar geplante Termin bereits einmal coronabedingt verschoben werden musste.

Doch vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage in Österreich entschieden die Bischöfe, Papst Franziskus zu bitten, die Reise erneut zu verschieben. Wenig später sagte Rom zu: "Der Heilige Stuhl ist dem Ersuchen der österreichischen Bischöfe um Verschiebung des Ad-limina-Besuchs nachgekommen und will dafür einen neuen Termin im nächsten Jahr finden", erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner von Salzburg.

Kurz zuvor hatte der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, den Heiligen Stuhl über das Ersuchen der Bischofskonferenz offiziell informiert.

CNA Deutsch hat die Nuntiatur um eine Stellungnahme gebeten.

Kardinal Christoph Schönborn bekräftigte unterdessen öffentlich die Bitte der Bischofskonferenz um Verschiebung des Termins: "In der aktuell so belastenden Situation ist es notwendig, zusammenzustehen, miteinander im Gespräch zu bleiben und das Verbindende zu wahren. Das geht nur gemeinsam", schrieb der Wiener Erzbischof auf Twitter.

Die Reisen sind als "Ad-limina-apostolorum"-Besuche bekannt, lateinisch für einen Besuch "an der Schwelle der [Gräber der] Apostel" bedeutet.

In der Praxis sind die Abstände zwischen den Besuchen oft länger als fünf Jahre. Der letzte "ad limina"-Besuch der polnischen Bischöfe war im Jahr 2014.

Die Bitte an den Papst war einstimmig beschlossen worden: Am gestrigen Montagabend trafen sich die österreichischen Bischöfe zu einer Videokonferenz, und beschlossen einhellig, auf den schon lange vorbereiteten Besuch vorerst noch einmal verzichten zu wollen.

Das sei auch "ein Zeichen der Solidarität mit allen, die als Genesene oder Geimpfte derzeit auf vieles verzichten müssen, um gemeinsam einen Weg aus einer lebensbedrohenden Pandemie zu gehen", so Lackner, der so wie alle österreichischen Bischöfe gegen Corona geimpft ist.

Polarisierung in Gesellschaft

Besorgt zeigte sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz über die Polarisierung in der Gesellschaft. Lackner wörtlich: "Weil die Pandemie alle betrifft, müssen auch alle für sich und andere Verantwortung übernehmen. Bleiben wir daher einander gewogen, trotz aller Gereiztheit, stehen wir einander helfend bei und handeln wir so, dass wir nach der Pandemie einander noch in die Augen schauen können".

LETZTES UPDATE: 23. November um 14:49 Uhr mit der Nachricht der Verschiebung durch Rom.

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