Worum geht es in der ersten Woche der Weltsynode zur Synodalität?

Weltsynode zur Synodalität, 5. Oktober 2023
Vatican Media

Mehr als 400 Personen haben sich am Mittwoch in Rom versammelt, um die Weltsynode zur Synodalität offiziell zu eröffnen. Während des ersten vollen Arbeitstages am Donnerstag trafen sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen von etwa zwölf Personen, um den ersten Teil des „Instrumentum Laboris“ zu diskutieren, also des Arbeitspapiers, das die Beratungen während der fast einen Monat lang dauernden Versammlung lenken soll.

Der erste Teil, der die Grundlage für die Beratungen der Synode vom 4. bis zum 7. Oktober bilden wird, trägt den Titel „Für eine synodale Kirche: Eine ganzheitliche Erfahrung“ und hat zwei Unterpunkte: „Die charakteristischen Zeichen einer synodalen Kirche“ und „Ein Weg nach vorn für die synodale Kirche: Gespräch im Geist“.

Laut Cristiane Murray, der stellvertretenden Direktorin des Presseamtes des Heiligen Stuhls, wurde den Synodenmitgliedern am Mittwoch „eine Art Aufgabe zur Beantwortung“ verschiedener Reflexionsfragen zu diesen Themen gestellt.

Der Präsident der Informationskommission für die Synode und Leiter der vatikanischen Kommunikationsabteilung, Paolo Ruffini, sagte, die Teilnehmer seien gebeten worden, diese Fragen am Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen im Gebet zu betrachten, bevor sie auf der Synode sprechen.

Die Hauptfrage lautete: „Ausgehend vom Weg der Ortskirchen, zu denen wir alle gehören, und vom Inhalt des ‚Instrumentum Laboris‘, welche charakteristischen Zeichen einer synodalen Kirche treten mit größerer Klarheit hervor und welche verdienen größere Anerkennung oder sollten besonders hervorgehoben oder vertieft werden?“

Die folgenden Fragen wurden als „Anregungen für das Gebet und die vorbereitende Reflexion“ aufgeführt:

1) Wenn ich darüber nachdenke, wie sich der Verlauf der Synode in der Kirche, aus der ich komme, entfaltet hat, was ist der vorherrschende geistliche Ton, der ihn charakterisiert? Welche Emotionen und Gefühle hat er in den Teilnehmern geweckt? Welche Wünsche hat er in der christlichen Gemeinschaft geweckt? Welche Sorgen kamen zum Vorschein?

2) Wie können wir in einem synodalen Stil der liturgischen Feier wachsen, der den besonderen Beitrag aller Teilnehmenden hervorhebt, ausgehend von der Vielfalt ihrer Berufungen, Charismen und Ämter, die sie innehaben?

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3) Wie haben wir in meiner Ortskirche die Methode des Gesprächs im Geist angewandt und angepasst? Was sind die wichtigsten Früchte, die wir damit ernten konnten? Wie kann sie uns weiterhin helfen, als missionarische synodale Kirche zu wachsen?

4) Was haben wir über das Zuhören als Merkmal einer synodalen Kirche gelernt? Welche Ressourcen haben wir entdeckt, die wir in dieser Hinsicht besitzen? Wo nehmen wir Defizite wahr? Was brauchen wir, um sie anzugehen? Wie kann die Fähigkeit zum Zuhören zu einem zunehmend anerkannten und erkennbaren Merkmal unserer Gemeinschaften werden?

5) „Eine synodale Kirche fördert den Übergang vom ‚Ich‘ zum ‚Wir‘“ („Instrumentum Laboris“, Nr. 25). Wie hat der synodale Prozess den Zusammenhalt der Ortskirche, aus der ich komme, gefördert? Wie hat er uns geholfen, „den geistlichen Geschmack des Volksseins“ zu erfahren (vgl. „Evangelii Gaudium“, Nr. 268–274)? Wie fühlen wir, dass wir in dieser Dimension wachsen können?

6) Sind wir während der synodalen Reise mit Mitgliedern anderer Kirchen oder kirchlicher Gemeinschaften zusammengekommen? Sind wir mit Gläubigen aus anderen Religionen zusammengetroffen? Was war der geistliche Tenor dieser Begegnungen? Was haben wir gelernt, um in unserem Wunsch und unserer Fähigkeit zu wachsen, mit ihnen zusammenzuarbeiten?

7) Welche Spannungen sind in meiner Ortskirche am stärksten aufgetreten? Wie haben wir versucht, mit ihnen umzugehen, damit sie nicht explosiv werden? Wie bewerten wir diese Erfahrung? Was haben wir daraus gelernt, um in der Fähigkeit zu wachsen – wie es sich für eine synodale Kirche gehört –, mit Spannungen umzugehen, ohne von ihnen erdrückt zu werden?

8) Welche gemeinsamen Unterscheidungserfahrungen haben wir in meinem ortskirchlichen Kontext gemacht? Was haben sie uns ermöglicht zu entdecken? In welche Richtung müssen wir weiter wachsen?

Nach einem Ruhetag am Sonntag wird die Weltsynode zur Synodalität vom 9. bis zum 12. Oktober erneut zusammenkommen, um die erste Frage in Abschnitt B des „Instrumentum Laboris“ anzugehen: „Eine Gemeinschaft, die ausstrahlt: Wie können wir noch mehr Zeichen und Werkzeug der Einheit mit Gott und der Einheit der ganzen Menschheit sein?“

Abschnitt B befasst sich mit der Thema „Gemeinschaft, Teilhabe, Mission: Drei vorrangige Anliegen für die synodale Kirche“.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von Catholic News Agency (CNA), der englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.