Bischof Hanke wünscht sich neuen Blick "auf die Würde des Lebens"

Bischof Gregor Maria Hanke OSB
Foto: PDE / Bistum Eichstätt

Bischof Gregor Maria Hanke hat vor Beginn der ökumenischen Woche für das Leben den Wunsch geäußert, "dass wir wieder einen neuen Blick auf das Leben, auf die Würde des Lebens gewinnen".

Im Interview mit Radio Horeb betonte Hanke am Dienstag: "Wir haben in Gottes Augen eine unendliche Würde, egal ob vorgeburtlich, geborenes Leben, schwaches Leben."

In diesem Jahr steht die Woche für das Leben vom 30. April bis zum 7. Mai unter dem Motto "Mittendrin. Leben in Demenz." Menschen mit Demenz seien in das gesellschaftliche Leben zu integrieren, so der Eichstätter Bischof. Der Wert des Lebens bemesse sich nicht daran, wie hoch der Bewusstseinsgrad einer Person ist. Vielmehr habe jedes Leben "von Gott her einen ganz, ganz großen Wert, der nicht zur Disposition steht".

Hanke sprach über verschiedene Wege, sich um demente Familienmitglieder zu kümmern. Bei der Betreuung von Dementen in der eigenen Wohnung komme es auf Geduld an, auf das "Einüben in die tätige Liebe". Dabei müsse man auch "die Kraft von oben erbitten", um in der dementen Person "das Antlitz Christi" zu erkennen.

Auch wenn man es nicht selbst schaffe, sich um demente Familienangehörige zu kümmern und sie daher in einem Pflegeheim anmelde, müsse man die Beziehung aufrechterhalten. Er habe Verstädnis für eine solche Einweisung in ein Pflegeheim, "wenn die innere Haltung nicht einfach ein Abschieben, ein Loswerdenwollen ist", erklärte der Bischof. Vorwürfe dürfe man sich dann nicht machen.

Sterbehilfe und Suizid

Mit Blick auf Sterbehilfe und Suizid betonte Hanke: "Das Leben ist unantastbar."

"Als ein von Gott Angesehener habe ich kein Recht, mich sozusagen selbst auszulöschen", so der Benediktiner-Bischof. "Das Leben ist zu schützen."

Einem Menschen, der mit der Diagnose Demenz konfrontiert werde, könne die Angst vor der Zukunft kann genommen werden durch die Liebe, die er erfährt.

"Die Tragik unserer Tage ist, dass wir das Leben oft ausschließlich nur von dem her deuten, was der Mensch tut oder nicht mehr kann, und wir vergessen, dass Gott in seiner Fülle uns unwahrscheinlich viel schenken will", sagte Hanke.

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