Bischof Meier zu Patrona Bavariae: "Es braucht Abrüstung durch das Wort Gottes"

Die Muttergottes im Strahlenkranz in der Kirche Patrona Bavariae in Baierbrunn (Bayern).
Foto: Gfreihalter / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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Zum Auftakt des Marienmonats Mai hat Bischof Bertram Meier von Augsburg angesichts des Krieges in der Ukraine dazu aufgerufen, als Christen nicht der Logik von Gewalt und Gegengewalt zu folgen.

Am 1. Mai feiert die Kirche in Bayern das Fest der Patrona Bavariae – der Schutzherrin des Landes.

Anlässlich einer Andacht zu diesem Fest im Augsburger Dom betonte der Bischof: Zwar habe „keiner das Recht, den Gewaltverzicht anderer zu fordern, wenn es um ihr Leben geht.“

Doch, so Bischof Bertram in der ersten Maiandacht im Augsburger Dom: „Nicht der Sieg im Krieg schafft Frieden, nur der Sieg über den Krieg.“ Einen tragfähigen Frieden werde es nur geben „im Verzicht auf Waffen, im Dialog, im gegenseitigen Respekt, im Versöhnen und Verzeihen. Aufrüstung mit Waffen reicht nicht, es braucht Abrüstung durch Diplomatie, auch das Wort Gottes könnte hilfreich sein.“ 

Bischof Bertram erinnerte daran, dass sich Christen schon immer in kriegerischer Not an die Gottesmutter gewandt und auf ihre Hilfe und Fürsprache gebaut hätten – so im 30-jährigen Krieg, als Kurfürst Maximilian als Dank für die Rettung der Städte München und Landshut eine Mariensäule errichten ließ, oder im Jahr 1916, als Papst Benedikt XV. auf Bitten König Ludwigs des Dritten die Gottesmutter Maria zur Schutzfrau Bayerns erklärte und das Fest Patrona Bavariae zuließ.

Der Augsburger Bischof lobte die Hilfsbereitschaft der Menschen für die ukrainischen Flüchtlinge – nicht nur in Deutschland. Unter dem Eindruck seiner Reise nach Polen in der vergangenen Woche sagte er: „Gerade die Polen – aus der Erfahrung ihrer Geschichte – sind eine echte Großmacht der Solidarität mit Flüchtlingen geworden sind.“ Das heutige Fest Patrona Bavariae lade gleichzeitig dazu ein, „über die eigenen Hilfsmöglichkeiten hinaus Maria in den Blick zu nehmen und sie um ihre Hilfe anzurufen, so wie es Generationen vor uns in Zeiten der Not getan haben.“

Der Bischof weiter: „Doch bevor wir uns an Maria als Königin des Friedens zuwenden, sollten wir uns an das Zeugnis der Heiligen Schrift erinnern: Nicht Maria ist die Quelle des Friedens, sondern Gott selbst, der in Jesus Christus für uns Mensch geworden ist. Der Friede hat einen Namen: Jesus Christus. Seine Botschaft und sein Wirken brachten ihm Widerstände und Konflikte ein. Doch Jesus blieb seiner Botschaft treu und erfüllte den Willen Gottes. So nimmt er Leiden und Tod auf sich. Seine Auferweckung zeigt uns: Gott findet sich mit dem gewaltsamen Tod seines Sohnes nicht ab. Gottes Leben schaffende Macht ist stärker als die Mächte des Bösen und des Todes.“ 

Von Maria, der leiblichen Mutter Jesu, „Botin und Brückenbauerin des Friedens“, könnten die Menschen heute, so Bischof Bertram, sich etwas abschauen: Nur wenn Menschen – wie Maria – sich unter den Willen Gottes stellen, der das Leben will und nicht den Tod, wird Friede sein. Nur wenn Menschen – wie Maria – Jesus folgen und der Botschaft glauben, dass liebende Hingabe stärker ist als der Tod, wird Friede wachsen. Nur wenn Menschen – wie Maria – um den Geist des Friedens beten und sich ihm öffnen, wird Friede werden. Dies gilt für den Weltfrieden, für unser tägliches Miteinander und für den Frieden im eigenen Herzen.“

Unter dem Leitwort „Maria, Du Königin der Familien!“ finden in diesem Monat besondere Maiandachten im Augsburger Mariendom statt. Die Andachten beginnen jeweils um 19.00 Uhr. 

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