Bischof Voderholzer sagt Studenten, Glaube und "Bereich des Wissens" sind kein Widerspruch

Bischof Rudolf Voderholzer bei der SEEK-Konferenz 2022
Foto: Pressestelle Bistum Regensburg

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sprach am Samstag vor Studenten über die Verbindung von Glaube und Vernunft. Als Christ sei man "frei, alle naturwissenschaftlichen Phänomene, alle Sachverhalte zu studieren und damit die Schöpfung näher kommen zu lassen", betonte der Bischof bei der SEEK-Konferenz im benachbarten Bistum Passau.

Provokativ sagte Voderholzer: "Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde, auch gerade von jungen Leuten, so viel geglaubt wie heute!"

Allerdings bezog er sich dabei nicht auf den kirchlichen Glauben, sondern auf Meldungen im Internet, im Fernsehen und in der Presse, die viele Menschen einfach akzeptieren. Dies sei grundsätzlich in Ordnung, aber man müsse immer fragen, ob die Informationen tatsächlich korrekt und vollständig sind. "Wie kompliziert das Ganze sein kann, erleben wir gegenwärtig angesichts der Kriegsberichterstattung aus Moskau und Kiew", erklärte der Bischof.

Das Vertrauen im Internet, gerade in den sozialen Netzwerken, sei häufig geradezu grenzenlos: "Noch nie wurde so viel geglaubt wie heute, weil es so viele Informationen gibt, die prinzipiell verfügbar sind."

Auch im religiösen Bereich gebe es eine riesige Vielfalt. Bischof Voderholzer kritisierte mit einem Zitat von Gilbert Keith Chesterton: "Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche."

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