China weist Aussage von Papst Franziskus über Uiguren zurück

Papst Franziskus
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Nachdem Papst Franziskus die Uiguren in einem neuen Buch beiläufig als Verfolgte erwähnt hatte, teilte das chinesische Außenministerium mit, dass diese Behauptung unbegründet sei.

Offiziell gebrochen hat der Papst sein langjähriges Schweigen über die "Sinisierung" – die systematische Religionsbekämpfung durch das kommunstische Regime – nicht: Die Aussage wird en passant in einem neuen Buch gemacht.

Wortwörtlich heißt es in "Let us Dream" laut einer Meldung der Associated Press (AP): "Ich denke oft an verfolgte Völker: die Rohingya, die armen Uiguren, die Jesiden – was der IS ihnen angetan hat, war wirklich grausam – oder Christen in Ägypten und Pakistan, die durch Bomben getötet wurden, die während des Gebets in der Kirche explodierten".

Schätzungsweise 1 Million Uiguren, einer muslimischen ethnoreligiösen Gruppe, ist in "Umerziehungslagern" in der chinesischen Region Xinjiang interniert worden. In diesen Konzentrationslagern werden Menschn zahlreichen Berichten zufolge zu Zwangsarbeit gezwungen, aber auch körperlicher und psychischer Folter sowie kommunistischer Indoktrination ausgesetzt. Außerhalb der Lager werden Uiguren unter anderem von Polizeikräften und Gesichtserkennungstechnologie überwacht.

Uiguren in einer Moschee in Kaschgar (Xinjiang, VR China) im Jahr 2010 (Foto: Preston Rhea via Flickr CC BY-SA 2.0)

Experten bewerten dieses Vorgehen als "schleichenden Völkermord". Weder Papst Franziskus noch der Heilige Stuhl haben sich bislang öffentlich in offizieller Funktion zu der Verfolgung der Uiguren geäußert. 

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, reagierte auf die Erwähnung der Uiguren durch Franziskus mit der Bemerkung, dass es "überhaupt keine faktische Grundlage" für diese Aussage des Papstes gebe.

"Menschen aller ethnischen Gruppen genießen das volle Recht auf Überleben, Entwicklung und Religionsfreiheit", behauptete Zhao laut AP bei einem täglichen Briefing.

Forscher eines australischen Think-Tanks stellten kürzlich fest, dass die Umerziehungslager in Xinjiang im vergangenen Jahr erweitert wurden, obwohl die Regierung versicherte, dass die Mehrheit der Häftlinge freigelassen worden sei.

Das Australian Strategic Policy Institute (ASPI) sagte, es habe "mehr als 380 mutmaßliche Gefangenenlager in der Autonomen Region Xinjiang Uiguren identifiziert und vermessen und dabei auf 'Umerziehungslager', Haftanstalten und Gefängnisse hingewiesen, die seit 2017 neu gebaut oder erweitert wurden".

Offenbar werden "umerzogene" Uiguren zu langen Haftstrafen verurteilt, um sie langrfristig aus dem Weg zu räumen, so Experten.

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