"Der Terror wird nicht das letzte Wort haben": Papst Franziskus besucht Ninive-Ebene

"Wir glauben daran, dass Gott den Frieden auf diese Erde bringen kann. Wir vertrauen auf ihn, und gemeinsam mit allen Menschen guten Willens sagen wir 'Nein' zum Terrorismus und zur Instrumentalisierung der Religion."

Papst Franziskus bei der Ankunft in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis in Baghdida / Karakosch am 7. März 2021
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat den Wiederaufbau der christlichen Gemeinden in der Ninive-Ebene dem Schutz der Jungfrau Maria anvertraut, in einer Kirche, die einst vom Islamischen Staat geschändet und gebrandschatzt wurde.

Der Papst betete den sonntäglichen Angelus am 7. März mit Christen in der syrisch-katholischen Kirche der Unbefleckten Empfängnis in dem örtlich als Baghdida genannten, international meist Karakosch genannten Städtchen im Norden des Irak.

Drei Kirchen in Karakosch gehören zur Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und sechs zur Syrisch-katholischen Kirche. Das Gotteshaus, dass der Papst heute besuchte, wurde mit Unterstützung des Hilfswerks Kirche in Not wieder aufgebaut, wie CNA Deutsch berichtete

"Wie viel ist zerstört worden! Und was muss alles wiederhergestellt werden! Unser Treffen hier zeigt, dass der Terrorismus und der Tod niemals das letzte Wort haben", sagte Papst Franziskus am heutigen Sonntag.

"Das letzte Wort hat Gott und sein Sohn, der Sieger über Sünde und Tod. Selbst inmitten der Verwüstungen des Terrorismus und des Krieges können wir – mit den Augen des Glaubens – den Triumpf des Lebens über den Tod sehen", betonte der Pontifex. 

In Baghdida, aus dem im Jahr 2016 die letzten IS-Terroristen kampflos flüchteten, sind dank "Kirche in Not" und anderer Unterstützer tausende Christen zurückgekehrt. Franziskus ermutigte sie, das geistliche Erbe ihrer Vorfahren bewußt fruchtbar zu machen.

"Ergreift dieses Erbe! Dieses Erbe ist eure Kraft! Jetzt ist die Zeit, aufzubauen und wieder neu zu beginnen und sich der göttlichen Gnade anzuvertrauen, die das Schicksal jedes Menschen und aller Völker leitet. Ihr seid nicht allein. Die gesamte Kirche ist euch im Gebet und mit der konkreten Nächstenliebe nahe. Und in dieser Region haben euch viele im Augenblick der Not die Türen geöffnet."

Angesichts des islamistischen Terrors in der Region setzte der Papst – sichtlich bewegt von den abgelegten Zeugnissen zweier Gläubiger – ein klares Zeichen des Friedens und des Gottvertrauens.

"Eine Sache, die Frau Doha [Sabah Abdallah] sagte, hat mich bewegt", erklärte Franziskus. "Sie sagte, dass seitens der Überlebenden der Terrorakte Vergebung nötig sei. Vergebung – das ist ein Schlüsselwort. Vergebung ist nötig, um in der Liebe zu bleiben, um Christ zu bleiben. Der Weg zu einer vollständigen Heilung könnte noch lang sein, aber bitte lasst euch nicht entmutigen. Es braucht die Fähigkeit zu vergeben und zugleich den Mut zu kämpfen.

"Ich weiß, dass das sehr schwer ist. Doch wir glauben daran, dass Gott den Frieden auf diese Erde bringen kann. Wir vertrauen auf ihn, und gemeinsam mit allen Menschen guten Willens sagen wir 'Nein' zum Terrorismus und zur Instrumentalisierung der Religion."

An seinem letzten Abend im Irak wird Papst Franziskus am 7. März eine Messe im Franso-Hariri-Stadion in Erbil feiern. Es wird erwartet, dass diese Messe die größte Versammlung von irakischen Katholiken mit dem Papst während seiner Reise sein wird.

Die lokalen Behörden in Kurdistan haben gesagt, dass sich über 5.000 Menschen für die Messe angemeldet haben. Ein spezieller Ausweis, der von der katholischen Universität in Erbil ausgestellt wird, wird benötigt, um das Stadion für die Messe zu betreten. 

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