Exklusiv-Interview: Johannes Hartl "verwundert" über Kritik am Gebetshaus Augsburg

Der Gründer und Leiter des Gebetshauses, Johannes Hartl
Foto: Wolfgang Wimmer/Gebetshaus Augsburg
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Der promovierte Theologe Johannes Hartl hat Kritik an dem von ihm gegründeten Gebetshaus in Augsburg zurückgewiesen. Im Interview mit CNA Deutsch sprach der Katholik über seine Beziehungen zur Diözese Augsburg und die aktuellen Äußerungen des ernannten Bischofs Betram Meier.

Zuvor hatte der Bischof in spe in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten Agentur die Sorge geäußert, dass aus dem Gebetshaus "eine neue Art von Kirche" entstehen könnte.

Zudem kritisierte er, Hartl habe seine Initiative einmal als "ökumenisch" und ein anderes Mal als "überkonfessionell" bezeichnet. Bertram Meier wörtlich:

"'Überkonfessionell' ist mir zu unverbindlich, erinnert an Freikirche. Bei 'ökumenisch" heißt das Ziel: sichtbare Einheit als Gemeinschaft verschiedener Kirchen."

Noch im Januar diesen Jahres hatte das Gebetshaus mit seiner "MEHR"-Konferenz nach eigenen Angaben einen neuen Besucherrekord verzeichnet (CNA Deutsch hat berichtet). Neben weiteren katholischen Vertretern gehörte auch der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurienkardinal Kurt Koch, zu den Besuchern der Konferenz. Auch an einer Gebetsinitiative zur Coronavirus-Krise beteiligten sich jüngst mehrere katholische Bischöfe.

Im Gespräch mit CNA Deutsch zeigte sich Johannes Hartl verwundert über die Kritik des künftigen Bischofs von Augsburg und betonte die bisher gute Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung.

Herr Hartl, sprechen wir über Ihre Beziehungen zur Bistumsleitung in Augsburg. Es war die Rede davon, dass der frühere Bischof Konrad Zdarsa dem Gebetshaus eine Unbedenklichkeitserklärung ausgestellt hat. Eine Art "Blankoscheck"?

Nach einer Phase der intensiven Prüfung von Seiten der Diözese und einem positiven Ergebnis derselben haben sich die Beziehungen in ein sehr konstruktives Miteinander entwickelt. Statt "Blankoscheck" würde ich eher von einem Klima des gegenseitigen Wohlwollens sprechen. 

Der ernannte Bischof von Augsburg, Bertram Meier, hat in nun einem Interview gesagt, dass sich das Bistum nicht vom Gebetshaus "instrumentalisieren" lasse. Bestand diese Gefahr denn bisher?

Diese Formulierung verwundert mich. Hier würde ich im persönlichen Gespräch gerne Näheres erfahren. Instrumentalisierung in egal welche Richtung ist jedenfalls keinesfalls in unserem Sinne.


Im Januar dieses Jahres fand in Augsburg wieder die "MEHR"-Konferenz mit mehreren tausend Teilnehmern statt. Ihr künftiger Bischof hat nun die Nachhaltigkeit eines solchen "Events" zumindest in Frage gestellt. Was sind Ihre Erfahrungen? Wie nachhaltig ist die "MEHR"?

Diese Frage hat bereits die Untersuchung ausführlich beschäftigt, die das Bistum vor einigen Jahren über das Gebetshaus erstellen ließ. Es wurden über hundert schriftliche Zeugnisse von Priestern und Laien gesammelt, die gerade die Wirksamkeit dessen dokumentieren sollten, was im Gebetshaus oder auf der MEHR erlebt und vermittelt wurde.
 
Das Ergebnis war damals ein sehr positives, gerade auch was Engagement in der Pfarrei und Glaubensgestaltung im Alltag betrifft. Wir haben keinen Anlass zu der Annahme, dass eine neue Untersuchung etwas anderes ergeben würde.
 
Wie würden Sie die grundsätzliche Ausrichtung des Gebetshauses beschreiben - ökumenisch oder überkonfessionell?
 
Das Gebetshaus bezeichnet sich seit über zehn Jahren ausschließlich und konsequent als ökumenisch. So ist es auch auf unserer Homepage zu lesen. Das Adjektiv "überkonfessionell" ist meinem persönlichen Sprachgebrauch im Zusammenhang mit dem Gebetshaus fremd. 

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