"Wovon sind wir erlöst?" Öffentliches Treffen der Ratzinger-Schülerkreise in Rom

Der Soteriologie gewidmet: Die Schülerkreise halten vom 16. bis 19. September 2021 ihr jährliches Treffen im Vatikan ab

Blick auf den Petersdom
Foto: Alejandro Esposito / Unsplash (CC0)
Previous Next

Es wird eine Reflexion über die Erlösung der Menschheit sein, die die Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bei ihrem jährlichen Treffen abhalten: Das Psalmwort "Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott" wird mit der Frage nach der Erlösung des Menschen im Licht des Christusglaubens betrachtet und debattiert.

Die Schülerkreise treffen sich vom 16. bis 19. September 2021 für ihr jährliches Treffen in Rom. Zum dritten Mal in Folge wird  nach diesem Format stattfinden: Zwei Tage hinter verschlossenen Türen, dann ein öffentliches Symposium, das von Kardinal Kurt Koch eröffnet wird, dem Benedikt XVI. die Betreuung des Schülerkreises anvertraut hat, und zu dem auch ein Vortrag von Erzbischof Georg Gänswein, dem Privatsekretär von Benedikt XVI. 

Es ist die Zeit des Generationswechsels, den die "Schüler" vor Jahren mit der Gründung des Neuen Schülerkreises eingeleitet haben: Gelehrte seiner Theologie und seines Denkens bilden diese Generation, die zur "alten" der direkten "Schüler" gestoßen ist.

Der Neue Schülerkreis vereint auf Wunsch von Papst Benedikt XVI. und des Schülerkreises seit 2008 junge Theologen, die sich um die Erforschung des Werkes des emeritierten Papstes und der Weiterführung seines theologischen Ansatzes verpflichtet sehen.

Der öffentliche Teil des Symposiums findet am 18. September statt und wird auch live online auf Deutsch vom katholischen Sender EWTN.TV übertragen.

Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und Leiter des Schülerkreises, wird die Eröffnungsrede halten und die Schlussworte sprechen.

Der Priester und Professor Ralph Weiman spricht dann über die anthropologischen Voraussetzungen der Soteriologie anhand der Frage: "Wovon sind wir erlöst?"

Dieser Rede folgen drei kurze Statements: Die in Fribourg (Schweiz) lehrende Professorin Barbara Hallensleben spricht über "Die Soteriologie angesichts der heutigen Glaubenssituation"; der Eichstätter Jesuitenpater Michael Schneider widmet sich im zweiten Statement dem Thema "Soteriologie und geistliches Leben". Und im dritten Statement spricht Erzbischof Gaenswein über "Die Verwurzelung der Soteriologiee in der Biographie Joseph Ratzingers". 

Schneider wird auch einer von zwei Rednern bei den Klausurtagungen des Schülerkreises sein.

Der andere Redner ist Jan-Heiner Tück, Professor für Dogmatik am Institut für Systematische Theologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Wien. Er ist ein Thomist, der sich auch mit der 'Ambivalenz der Moderne im Lichte der Gottesfrage' beschäftigt hat. Seit 2006 ist er Herausgeber der internationalen katholischen Zeitschrift communio und Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie.

Seit er das Petrusamt aufgegeben hat, leitet Benedikt XVI. nicht mehr die Schülerkreis-Sitzungen, wie er es noch als Papst getan hat. In den ersten Jahren begrüßte er alle Ehemaligen zu einer Messe, danach nur noch die Schülerkreis-Sprecher zu einem Treffen.

Das diesjährige Thema, wie immer von Benedikt XVI. abgesegnet, setzt die Überlegungen der Schüler Benedikts XVI. fort, die sich in den letzten Jahren mit der Gottesfrage, der Gottesfinsternis, Europa, der Christenverfolgung und dem Verhältnis von Kirche und Staat befasst haben, bis hin zum Thema des Priestertums und den Herausforderungen des Priestertums - und das Thema des Priestertums war auch ausschlaggebe für den bei CNA Deutsch publizierten Aufsatz des Papa emeritus über den Missbrauch. In diesem Jahr steht die Frage nach Gott, die auch für Benedikt XVI. ein zentrales Thema ist, im Mittelpunkt.

Der Neue Schülerkreis versammelt nicht nur Katholiken, sondern auch Orthodoxe, und sie sind die neue Generation von Gelehrten, die nicht bei Ratzinger studiert haben, aber Ratzinger studiert haben und sein Erbe weiterführen. Die öffentliche Veranstaltung, die bereits zum dritten Mal stattfand, wurde von den Mitgliedern des Ratzinger-Schülerkreises, die sich eine eigene Satzung gegeben haben, kräftig unterstützt.

Unter den historischen Mitgliedern des Schülerkreises gibt es nur einen Italiener, Pater Cornelio Zotto, der unter Ratzingers Aufsicht eine Dissertation über die Theologie des Bildes des heiligen Bonaventura schrieb. Monsignore Helmut Moll, der auch im letzten Jahr als Redner berufen wurde. Und dann Bischof Barthelemy Adoukonou, emeritierter Sekretär des Päpstlichen Rates für die Kultur; Bischof Hans-Jochen Jaschke, emeritiert von Hamburg; der Redemptorist Real Trembaly, der Moralist Vincent Twomey und sogar ein Koreaner, Jung-Hi Victoria Kim, der in Regensburg eine gewagte These über den Vergleich zwischen der "caritas" des Thomas von Aquin und dem "yen" des Konfuzianismus verfasst hat.

Es gibt eine zunehmende Anzahl von Thesen und Studien über Benedikt XVI. Die Ratzinger-Stiftung hat eine Gruppe von Doktoranden versammelt, die das Denken von Benedikt XVI. in der Ratzinger-Bibliothek auf dem Heiligen Feld im Vatikan studieren.

Das könnte Sie auch interessieren: 

;

Übersetzt, ergänzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur von Andrea Gagliarducci.