"Hier geht es um die Freiheit": Chef von EWTN Polen dankt Katholiken nach YouTube-Sperre

Die Kapelle der Ewigen Anbetung im polnischen Niepokalanów
Foto: EWTN Polen

Mitten in den Vorbereitungen zum Fest der Göttlichen Barmherzigkeit stießen die Mitarbeiter von EWTN Polen auf eine schwere Störung des YouTube-Kanals, der für tausende Zuschauer auf der ganzen Welt die Ewige Anbetung ausstrahlte: Ein schwarzes Rechteck versperrte den Blick auf das Allerheiligste Altarsakrament. 

Die Übertragung aus der Anbetungskapelle des von den Franziskaner-Minoriten Maximilian Kolbe gegründeten Niepokalanów, etwa 40 Kilometer westlich von Warschau, wurde blockiert – und im schwarzen Rechteck stand die Mitteilung: "Eine Aufzeichnung dieser Sendung ist nicht verfügbar."

Bild: EWTN Polen

Seit 2018 bietet EWTN Polen - der polnische Zweig des von Mutter Angelica gegründeten globalen katholischen Mediennetzwerks – rund um die Uhr Anbetung aus der Kapelle in der Basilika eines Klosters an, das vom heiligen Maximilian Kolbe gegründet wurde – dem polnischen Pater, der freiwillig anstelle eines anderen Gefangenen im Todeslager Nazi-Deutschlands in Auschwitz starb.

Pater Piotr Wiśniowski, Direktor von EWTN Polen, erhielt eine Nachricht von YouTube, die ihm erklärte, dass der Kanal wegen eines "Verstoßes gegen die Community-Richtlinien" gesperrt werde und für sieben Tage nicht verfügbar sein würde.

Aber als er versuchte, die Online-Videoplattform zu kontaktieren, um eine Erklärung zu erhalten, fand er es schwierig, auch nur zu einer echten Person durchzukommen.

"YouTube hat den gesamten Kanal blockiert, einschließlich der Übertragung der Anbeuntg aus Niepokalanów, wo der heilige Maximilian Kolbe gelebt und gewirkt hat. Wir übertragen die Anbetung seit über zwei Jahren und sie hat viele Zuschauer auf der ganzen Welt", sagte er.

"Es ist die größte Online-Kapelle der Ewigen Anbetung der Welt, über tausend Menschen, die den Herrn Jesus nonstop anbeten, Millionen von Zuschauern in Europa, Nord- und Südamerika. Offensichtlich fühlten sich die Menschen betroffen. Es zeigt sich, dass Christen heute eine solche Online-Gemeinschaft brauchen. Die Blockade löste international Proteste aus, mit einer großen Reichweite."

Als der Aufschrei über die Sperrung des Kanals wuchs, meldeten sich Mitarbeiter von Google, dem Mutterkonzern von YouTube, bei Wiśniowski. Es stellte sich heraus, so der Konzern, dass ein "automatisches System" den Kanal von EWTN Polen wegen einer möglichen Verletzung des Urheberrechts gesperrt hatte.

"Unser Kanal ist auf Anbetung und Gebet ausgerichtet", sagte der Priester. "Es gibt auch unsere journalistischen Sendungen und amerikanische EWTN-Programme mit polnischer Übersetzung. Übertragungen der Heiligen Messe und der Anbetung sind ein wichtiges Element. Alles ist legal und wir haben die Rechte an allem, was wir senden."

EWTN Polen konnte zeigen, dass es eine Lizenz hatte, die das gesamte urheberrechtlich geschützte Material auf dem Kanal abdeckte. YouTube stellte daraufhin den Kanal rechtzeitig zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit wieder her.

Am 10. April teilte EWTN Polen auf seinem Twitter-Account mit: "Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass nach einem Dialog mit dem YouTube-Team die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments aus Niepokalanów wieder an ihren Platz ist! Ein großes Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben, indem sie unseren Fall weiterleiteten und kommentierten, sowie für die Gebete." 

Bild: EWTN Polen

Wiśniowski kommentierte: "Die vereinte Stimme der polnischen und ausländischen katholischen Medien veranlasste Google, mich persönlich zu kontaktieren. Als man anfing, miteinander zu reden, brachte der Dialog eine Lösung."

Er fügte hinzu: " Wissen Sie, ich bin ein katholischer Priester. Das heißt, ich bin hier, um Versöhnung und Frieden zu schaffen, indem ich Christus predige. Also zunächst einmal danke für die Gelegenheit zum Dialog, für das Gespräch mit einem der Google-Direktoren."

Doch der Leiter von EWTN Polen sagte, dass er das Gefühl habe, dass der Vorfall - der in Polen erhebliche Medienaufmerksamkeit erregt hat - einer weiteren Klärung bedarf.

Er sagte: "Große Unternehmen sollten nicht einfach Konten sperren oder löschen. Hier geht es nicht einmal um Religion oder Katholiken, obwohl wir viel darüber sagen können, wie wir behandelt werden. Hier geht es um Freiheit, die einer der Grundwerte aller Menschen ist. Ohne sie betreten wir eine Welt der Versklavung, und so entsteht der Totalitarismus. Daran sollten wir uns alle erinnern."

Der katholische Fernsehsender EWTN Deutschland überträgt jeden Tag ab 23.00 Uhr eine Stunde lang die Eucharistischen Anbetung aus Polen.

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