Initiative "Neuer Anfang": Eine "Abfuhr erster Klasse" für deutschen "Synodalen Weg"

Bischöfe in bei einer Messe im Petersdom
Foto: CNA/Daniel Ibanez

Die katholische Initiative "Neuer Anfang" hat den Brandbrief von 74 Kardinälen und Bischöfen über den umstrittenen "Synodalen Weg" als Paukenschlag und "Abfuhr erster Klasse" für den "Traum eines deutschen Sonderwegs" bezeichnet. 

Der Brief, der vor einer neuen Kirchenspaltung aus Deutschland warnt, wurde gestern veröffentlicht. CNA Deutsch hat berichtet und den vollen Wortlaut veröffentlicht. Darin warnen die Unterzeichner, dass der kontroverse Prozess in eine – so wörtlich – "Sackgasse" zu führen droht und "zerstörerische Effekte" hat.

Seit Wochen und Monaten häuften sich die weltkirchlichen Distanzierungen vom deutschen "Synodalen Weg", stellt die Initiative in ihrer Stellungnahme fest: "Die Briefe des polnischen Erzbischofs Gądecki und der Nordischen Bischofskonferenz, die klaren Einsprüche von weltkirchlich führenden Kardinälen wie Koch, Pell und Kasper, schließlich das öffentlich bekundete Missfallen des Papstes".

"Was nun, am 11. April 2022 – von Amerika ausgehend – als konzertierte Aktion von Bischöfen in aller Welt auf dem Tisch von Bischof [Georg] Bätzing landete, ist ein neuer Höhepunkt der Kritik."

(Artikel wird unten fortgesetzt.)

Dutzende Würdenträger aus den USA, Kanada, Tansania und Ghana, Italien und Kamerun haben den Brief unterzeichnet – und weitere sind laut Organisatoren eingeladen, sich per Email anzuschließen.  

Der Brief der Bischöfe über den kontroversen deutschen Prozess führt sieben gebündelte Bedenken und Warnungen mit Blick auf die umstrittene Veranstaltung ins Feld, die 2019 von Kardinal Reinhard Marx im Namen der Bischofskonferenz ausgerufen wurde.

Als freudlosen, zwanghaft und mit sich selbst beschäftigen,bürokratisch veranstalteten Prozess bezeichnet der Offene Brief der 74 Bischöfe den "Synodalen Weg". Die deutsche Veranstaltung der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deuschen Katholiken untergrabe nicht nur die Autorität des Papstes sondern verenge auch den Begriff der christlichen Freiheit und verhandle die Kirche als Institution, statt ihrer Realität als Gemeinschaft gerecht zu werden. 

Damit schade der "Synodale Weg" auch dem Begriff der Synodalität, weil er Misstrauen dagegen schüre.

"Missbrauch als Vorwand"

Für Bischof Bätzing – so der "Neue Anfang" – gebe es nur zwei Optionen: "Entweder er rudert zurück und sucht das Einvernehmen mit Rom und der Weltkirche – oder er treibt die Dinge in Richtung Schisma voran".

Das bedeute unter anderem, so die Stellungnahme weiter, dass eine Reihe von Beschlüssen des "Synodalen Weges" entweder "Makulatur sind – oder dass sie gelten sollen, koste es selbst die Einheit mit der Weltkirche. Einen dritten Weg gibt es nicht".

Der im Wesentlichen von Kirchenfunktionären getragene "Synodale Weg" habe den Reformprozess unter dem Vorwand des "Missbrauchs" innerhalb der Kirche im Alleinvertretungsanspruch an sich gerissen und dient bei Licht besehen einem kirchenpolitischen Manöver, kritisiert die Stellungnahme des "Neuen Anfangs".

"Faktisch geht es inhaltlich um eine neue Machtverteilung und die Rechtfertigung dissidenter Mitarbeiter im Kirchenapparat, um die kollektive Ent-Schuldigung derer, die sich eine alles erlaubende Moral zurechtbasteln, weil sie sich im Geheimen schon längst von den Anforderungen des Evangeliums verabschiedet haben. Die Weltkirche toleriert das nicht mehr. Das ist die Botschaft der weltweiten Bischöfe, denen sich die Kirche in Deutschland nun stellen muss."

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