Kölner Regens: Junge Leute "erleben uns tatsächlich nicht mehr als relevant"

Pfarrer Regamy Thillainathan
Foto: Erzbistum Köln

Der Regens des Kölner Priesterseminars, Regamy Thillainathan, gab am Donnerstag im Gespräch mit dem Domradio zu: "Die jungen Menschen erleben uns tatsächlich nicht mehr als relevant in ihrem eigenen Leben."

Er verstehe die jungen Leute, die mit der Kirche "nichts anfangen" könnten, so Thillainathan. Man beschäftige sich in der Kirche "zu sehr mit unseren eigenen strukturellen Fragen", anstatt "dort zu sein, wo die Menschen uns brauchen".

Entscheidend sei nun: "Ist es uns wichtiger, weiterhin Gestalt und Struktur und viel Liebgewonnenes zu erhalten oder uns auf die wesentlichen Kerngeschäfte der Kirche zu konzentrieren, die da Verkündigung und Diakonie wären."

Als Regens, der zuvor auch für die Berufungspastoral der Erzdiözese Köln zuständig war, stelle er fest, dass sich "oft die Menschen, die vor Ort Kirche erfahren haben", für einen geistlichen oder pastoralen Beruf entscheiden.

"Aber die Möglichkeiten, wo junge Menschen genau diese Erfahrung machen können, nämlich dass die Kirche vor Ort lebt und dass diese Kirche vor Ort dadurch lebt, dass sie da sind und dieser Kirche ein Gesicht geben, werden tatsächlich weniger", räumte Thillainathan ein. "Da sollten wir uns schon Sorgen machen."

Mit Blick auf Berufungen heute sagte der Regens: "Wenn jemand heutzutage Lust hat, sich für die Kirche senden zu lassen, für die Kirche zu arbeiten, dann sollte er Qualitäten mitbringen, die eines Bauarbeiter, einer Bauarbeiterin würdig sind. Anpacken, Ärmel hochkrempeln und auch sich im übertragenen Sinne in den Schmutz des Lebens und auch den Schmutz der Struktur der Kirche hinab zu begeben."

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