Migration, Lebensschutz, Religionsfreiheit: Kardinal Parolin im Weißen Haus

Kardinal Pietro Parolin
Foto: Wikimedia / Saeima (CC BY-SA 2.0)

Migration, Lebensschutz und Religionsfreiheit: Das waren die Themen die Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin mit dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Mike Pence, besprochen hat, so der Kardinal in einem Exklusivinterview für die Sendung EWTN News Nightly mit dem katholischen Fernsehsender EWTN.

Der Kardinal befindet sich in den Vereinigten Staaten, um an der Versammlung der amerikanischen Bischofskonferenz teilzunehmen, die ihr hundertjähriges Bestehen feiert und begab sich am 13. November von Baltimore nach Washington, um den Vizepräsidenten Pence zu treffen, da Präsident Trump aufgrund einer Asienreise abwesend ist.

Der Kardinalstaatssekretär hat in seinem Gespräch mit EWTN hervorgehoben, dass die Begegnung "sehr fruchtbar" gewesen sei. "Wir hatten Gelegenheit -  so der Kardinal -  über international bedeutsame Themen zu sprechen, die alle angehen. Ebenso konnten wir uns über die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Heiligen Stuhl austauschen."

Kardinal Parolin erklärte, dass es keine besondere Botschaft gegeben habe, die Papst Franziskus ihm für den Vizepräsident aufgetragen hätte. Er erzählte, dass sowohl er selbst als auch Vizepräsident Pence "Besorgnis hinsichtlich des Friedens in der Welt zum Ausdruck gebracht hätten", denn es gebe "so viele Brandherde, so viele Spannungen überall, vom Mittleren Orient bis hin zur koreanischen Halbinsel und nach Lateinamerika."

Auch wurde über "die Handlungsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit gesprochen, die wir  nutzen können, um zu versuchen, in viele Situationen Frieden und Stabilität zu bringen."

Zu den behandelten Themen zählten ferner auch "die Immigration, der Lebensschutz und die Religionsfreiheit. Das sind für den Heiligen Stuhl sehr wichtige Themen" so der kirchliche Würdenträger. Wir haben auch über Migration diskutiert und die Position der Kirche bekräftigt -  einen mitfühlenden Ansatz im Punkt Migration.

Kardinal Parolin wollte die Entscheidungen der Regierung Trumps hinsichtlich der Immigration nicht kommentieren, insbesondere nicht die Beendigung des Programms DACA (Deferred Action for Childhood Arrivals – so viel wie "Aufgeschobene Handlung bei Ankünften im Kindesalter"), eine Maßnahme der Regierung Obamas aus dem Jahr 2012, die illegale Einwanderern, die als Kinder ihren Eltern gefolgt waren, vor einer Abschiebung schützt und ihnen den Erhalt eine zweijährige, erneuerbare Arbeitserlaubnis ermöglicht. Dieses Programm betrifft circa 800.000 illegale Einwanderer.

"Dazu gebe ich keine Stellungnahme ab - so Parolin - aber wir haben darüber auch gesprochen und der Vizepräsident sagte, dass an dieser Frage weiter gearbeitet wird, in der Hoffnung, eine Lösung zu finden.

In der Predigt zur Eröffnung der Versammlung der amerikanischen Bischöfe ermahnte Kardinal Parolin die Bischöfe der USA, die Stimme der amerikanischen Kirche im Hinblick auf bedeutende Themen hören zu lassen, vor allem zu den Themen Migration, Familie, Lebensschutz und Absicherung für alle im Krankheitsfall, ebenso in den internationalen Dialogprozessen.

In der Predigt, in der er die Geschichte der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten nachzeichnete, erinnerte Kardinal Parolin auch daran, dass das erste "Kind" dieser Institution die Errichtung eines "Nationalen katholischen Rates im Kriegsfall" im Jahre 1917 gewesen war, um den "Familien, die gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen" und auf der Suche nach einem "besseren Leben" in die Neue Welt zu reisen,  zu helfen und eine Bleibe zu verschaffen.

Eine Mission, die auch heute noch gilt, denn auch heute noch, wenn auch unter anderen Umständen, "versucht die Kirche in eurem Land, den neuen Wellen von Flüchtlingen und Migranten, die an die Türen Amerikas klopfen, nicht nur materielle Hilfe zu bringen, sondern auch den geistlichen Balsam der Heilung, des Trostes und der Hoffnung."

Den katholischen Fernsehsender EWTN können Sie auch in deutscher Sprache empfangen und live im Internet sehen. Weitere Informationen: www.EWTN.de 

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