Nach dem Fussball-Eklat: Verein löst mit Stellungnahme Diskussionen aus (Update)

Fußballduell (Referenzbild)
Foto: Phillip Kofler / Pixabay (CC0)
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Der Fussballverein FC Mariahilf (FCM) hat sich angesichts des Eklats über die Aktion mehrer Spielerinnen in einer Stellungnahme entschuldigt. Die Frauenorganisation des Vatikans hat den Affront indessen verurteilt, der dazu geführt hatte, dass das Spiel noch vor dem Anpfiff abgebrochen wurde.

"Wir möchten uns aufrichtig bei den Spieler*innen [sic] des Vatikan Teams und den Gästen von nah und fern dafür entschuldigen, dass das Spiel nicht stattgefunden hat", so der Verein.

Aber war diese Entschuldigung ernst gemeint? Die weitere Wortwahl des Statements des Wiener Vereins über den Skandal hat weitere Diskussionen ausgelöst.

Wie CNA Deutsch berichtete, hatte der Wiener Drittligist das erst vor einem Jahr gegründete Team aus dem Vatikan eingeladen. Es sollte ein Freundschaftsspiel sein, und der erste internationale Auftritt des katholischen Frauenfußballteams.

Doch dann kam es plötzlich ganz anders: Mit den Gästen wurde weder fair noch freundschaftlich umgesprungen.

Als zum Anspiel die Hymne des Vatikans gespielt wurde, zogen mehrere Spielerinnen des Vereins "FC Mariahilf" provokativ ihre Trikots hoch, um gemalte Eierstöcke und Pro-Abtreibungs-Slogans zu präsentieren. Zudem hatten Aktivisten am Spielfeld LGBT-Plakate wie Regenbogenfahnen und "Anti-Homophobie"-Poster aufgehängt.

Angesichts dieses Affronts entschieden sich die Frauen aus dem Vatikan zur Abreise. Auch der Apostolische Nuntius, der anwesend war, unterstützte die Entscheidung des Frauenteams.

Das Verhalten löste weltweit Unverständnis aus, auch wenn die weltliche Presse versuchte, den Skandal herunterzuspielen. Wie kann ein Verein erst ein Team aus dem Ausland zu einem Freundschaftsspiel einladen, nur um dann aus den eigenen Reihen heraus die Religion und Werte der Gäste (und vieler anderer Menschen) mit sorgfältig geplanten, körperlichen Provokationen zu beleidigen und brüskieren?

In der nun veröffentlichten Stellungnahme des Wiener Teams wird einerseits betont, der Verein sei selbst nicht beteiligt gewesen an der Planung der Aktion:

"Die Aktion der drei Spieler*innen [sic] wurde selbständig organisiert und durchgeführt. Der Verein hat diese Aktion nicht mitgeplant."

Inwiefern so eine "Entschuldigung" ehrlich war und ernst zu nehmen ist, in der die Spielerinnen auch noch mit einem "Gendersternchen" beschrieben werden und die Abtreibung ungeborener Kinder ideologisch als Frage "reproduktiver Gesundheit" bezeichnet wird: Das wird in den Sozialen Medien kontrovers diskutiert.

Kritiker der Reaktion des Vereins weisen darauf hin, dass in der Stellungnahme zudem behauptet wird, man finde - Zitat - "Toleranz und Vielfalt der Lebensformen und ein friedliches Miteinander wichtig", und toleriere "religiöses Bekenntnis", ja, habe diese Toleranz "mit Regenbogensymboliken" demonstriert.

Der offensichtliche Widerspruch solcher Aussagen erntete zum Teil scharfe Kritik und Unverständnis - und auch Zuspruch von Abtreibungsbefürwortern und LGBT-Aktivisten.

Kritik aus dem Vatikan

Deutlich kritisch äußerte sich auch die vatikanische Frauenorganisation zu dem "hässlichen Vorfall" der "bedauernswerten" Provokationen, wie "Vatican News" berichtete.

"Ein Fußballspiel auszunutzen, um mit Gesten, Parolen und Transparenten die bekannten Positionen der Katholischen Kirche zum Lebensschutz und zur Sexualität anzugreifen, war in der Tat eine höchst unpassende Wahl".

Für den Versuch der Wiener Spielerinnen und Aktivisten, aus dem Fußballplatz ein Schlachtfeld für den "ideologischen Kampf" rund um Abtreibung, Gender und Sexualität zu machen: Dafür habe die Frauenorganisation kein Verständnis. Im Gegenteil: Hier hätten sich "Frauen gegen Frauen" gestellt, statt Dialog zu führen oder Respekt gegen andere Meinungen zu zeigen, so der Verband, der die Interessen der rund 750 Frauen im Vatikan vertritt.

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