Papst Franziskus beim Angelus: Erzieherischen Wert der Familieneinheit wiederentdecken

Jahr der Familie angekündigt zur "Vertiefung" von Amoris Laetitia

Papst Franziskus in der Übertragung seiner Ansprache aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan zum Regina Coeli am Ostermontag, 13. April 2020.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat zum Angelus am heutigen Tag der Heiligen Familie bekräftigt, dass Jesus, Maria und Josef auch heute für Familien Orientierung und Inspiration sind. Der Pontifex kündigte zudem ein "Familienjahr" an, das Amoris Laetitia gewidmet werden soll.

"Es ist gut, darüber nachzudenken, dass der Sohn Gottes die Wärme einer Familie brauchte, wie alle Kinder. Gerade deshalb ist die Familie von Nazareth die Modellfamilie, in der alle Familien der Welt ihren sicheren Bezugspunkt und ihre sichere Inspiration finden können", so der Pontifex am 27. Dezember zu den Gläubigen. 

"Innerhalb der einladenden Mauern des Hauses von Nazareth entfaltete sich die Kindheit Jesu in Freude, umgeben von der mütterlichen Aufmerksamkeit Marias und der Fürsorge Josefs, in dem Jesus die Zärtlichkeit Gottes erkennen konnte", sagte der Papst. 

In Nachahmung der Heiligen Familie sind "Christen heute aufgerufen, den erzieherischen Wert der Familieneinheit wiederzuentdecken", betonte der Papst.

In der Familie, die ein Haus des Gebetes ist, siege auch Vergebung über Zwietracht, wenn die tägliche Härte des Lebens durch ein gelassenes Festhalten am Willen Gottes gemildert werde.

"Auf diese Weise öffnet sich die Familie der Freude, die Gott all jenen schenkt, die freudig zu geben verstehen. Gleichzeitig findet sie die geistige Kraft, offen zu sein für die Außenwelt, für die anderen, für den Dienst an den Brüdern und Schwestern, für die Mitarbeit am Aufbau einer immer neuen und besseren Welt; fähig also, ein Träger positiver Impulse zu werden; evangelisierend durch das Beispiel des Lebens".

Das heutige Fest erinnere auch an diese Dringlichkeit.

"Amoris Laetitia" soll "vertieft" werden

Dabei erinnerte der Papst auch an das in seiner Interpretation umstrittene Dokument Amoris Laetitia. Er habe beschlossen, ein "besonderes Jahr" auszurufen, das der Familie gewidmet sei, das am kommenden Hochfest des heiligen Josef eröffnet werden und mit der Feier des Zehnten Welttreffens der Familien enden soll, das im Juni 2022 hier in Rom stattfinden wird. 

Wörtlich verkündete der Pontifex weiter: "Dieses besondere Jahr wird eine Gelegenheit sein, den Inhalt des Dokuments Amoris Laetitia weiter zu vertiefen, durch Vorschläge und pastorale Werkzeuge. Diese werden den kirchlichen Gemeinschaften und Familien zur Verfügung gestellt werden, um sie auf ihrem Weg zu begleiten".

"Schon jetzt lade ich alle ein, sich an den Initiativen zu beteiligen, die während des Jahres gefördert werden und die vom Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben koordiniert werden. Vertrauen wir diesen Weg mit den Familien in der ganzen Welt der Heiligen Familie von Nazareth an, insbesondere dem Heiligen Josef, dem hingebungsvollen Ehemann und Vater". 

Die Jungfrau Maria, fuhr Franziskus fort, möge dafür sorgen, "dass die Familien in der ganzen Welt immer mehr vom evangelischen Ideal der Heiligen Familie fasziniert werden, damit sie zum Sauerteig einer neuen Menschlichkeit und einer echten und universalen Solidarität werden".

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