Papst Franziskus empfängt Bischof Georg Bätzing, spricht über "Synodalen Weg"

Bischof Georg Bätzing
Foto: Bistum Limburg

Es war eine Art "Antrittsbesuch" als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz: Zu einer Audienz bei Papst Franziskus war am heutigen Samstag der Limburger Bischof Georg Bätzing eingeladen.

Der umstrittene "Reformprozess" des sogenannten "Synodalen Wegs" war Thema der Begegnung, teilte "Vatican News" mit – aber auch die neuen Austrittszahlen: Am Tag zuvor war bekannt geworden, dass im vergangenen Jahr 2019 über 270.000 Katholiken in Deutschland ihren Austritt erklärt haben – eine neuer Negativ-Rekord

Wie CNA Deutsch berichtete, hatte der Papst persönlich mit einem warnenden Brief an alle Katholiken in Deutschland zum "Synodalen Prozess" interveniert.

Außerdem hat der Vatikan im Zuge weiterer Interventionen dessen Rechtsanspruch für null und nichtig erklärt: Die Bischöfe müssten auch in Deutschland ihre Autorität in Einheit und Gehorsam gegenüber dem Amt des Papstes ausüben, so Bischof Juan Ignacio Arrieta Ochoa, Sekretär des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte im Oktober 2019.

Papst Franziskus habe ihn heute daran erinnert, arme und alten Menschen, Migranten und Hilfsbedürftige nicht aus dem Blick zu verlieren, sagte Bätzing. "Ausdrücklich bat der Papst darum, die Auswirkungen und Erfahrungen angesichts der Corona-Pandemie auf dem weiteren Weg mit zu bedenken", so der Bischof laut "Vatican News".

"Mir war es ein Anliegen deutlich zu machen, dass die Kirche in Deutschland diesen Weg geht und sich stets an die Universalkirche gebunden weiß“, erklärte Bischof Bätzing nach der Audienz. Er hoffe, "dass wir mit den Erfahrungen des Synodalen Weges einen Beitrag zur Weltbischofssynode im Oktober 2022 leisten können, die sich mit der Frage der Synodalität auseinandersetzt."

Bischof Bätzing hat bereits eine Synode in Rom gefordert, mit der deutsche Beschlüsse dann weltkirchlich in Kraft gesetzt werden könnten. Der Limburger Hirte, der sich bei seiner Wahl als "Moderator" bezeichnete, hat unter anderem mit seiner Forderung nach Interkommunion mit Protestanten Aufsehen erregt. Auch eine Weihe von Frauen zu Priestern und die Segnung homosexueller Partnerschaften könnte der sogenannte "Synodale Weg" einführen, so Bätzing im Mai 2020, indem die bisherige Lehre der Kirche in diesen Punkten möglicherweise grundlegend geändert werde. Der richtige Schritt dazu, so Bätzing: Eine Synode der Weltkirche in Rom, die Beschlüsse der Teilnehmer des deutschen "Synodalen Prozesses" dann verbindlich für die Weltkirche umsetzen könnte.

Auch der fortschreitende Priestermangel müsse "kein Schaden sein für die Lebendigkeit der Kirche", sagte Bischof Georg Bätzing im Mai in einem Interview.

Auch wenn Bätzing im Gespräch hervorhebt, dass sich die "Substanz des Glaubens" nicht mehr ändere, glaube er dennoch daran, dass die Selbstoffenbarung Gottes "beständig" weitergehe. Der Limburger Bischof weist auf die Aufgabe der Kirche hin, "nach den Zeichen der Zeit zu forschen". Dies schließt seiner Ansicht nach auch eine Änderung der Kirchenlehre nicht aus. So äußert er in Bezug auf die verbindliche Sexualmoral der Katholischen Kirche:

"Ich hoffe, wir werden bestimmte Formulierungen, wie sie im Katechismus den jetzigen Stand der Lehre spiegeln, weiterentwickeln."

Die Frohe Botschaft und die Lehre, die die Kirche "momentan" verkünde, komme bei den Menschen als "Verbotsmoral" an, so der DBK-Vorsitzende wörtlich. 

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