Papst Franziskus trifft Kardinal Cupich nach Streit um Statement zu Bidens Antritt

Papst Franziskus mit Kardinal Blase Cupich von Chicago am 2. September 2015
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch

Papst Franziskus hat sich am Samstag mit Kardinal Blase Cupich getroffen, 10 Tage nachdem dieser öffentlich die offizielle Erklärung der US-Bischöfe zur Amtseinführung von Präsident Joe Biden kritisiert hatte.

Das berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

Die Privataudienz fand im Apostolischen Palast am Morgen des 30. Januar statt. Kardinal Cupich, der Erzbischof von Chicago, war zu einer Sitzung der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe in Rom. Das Presseamt des Heiligen Stuhls gab keine weiteren Informationen über das Treffen bekannt, außer dass es stattgefunden hat.

Am 20. Januar, dem Tag der Amtseinführung des US-Präsidenten, kritisierte Cupich auf Twitter eine Aussage von Erzbischof José Gomez von Los Angeles, dem Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz.

In der Erklärung, die Cupich als "unüberlegt" bezeichnete, schrieb Erzbischof Gomez, dass es zwar zahlreiche Themen gebe, die die Bischofskonferenz beschäftigten, aber Abtreibung sei ein herausragendes Thema, das nicht ignoriert werden könne.

Gomez sagte, dass "Abtreibung ein direkter Angriff auf das Leben ist, der auch die Frau verwundet und die Familie untergräbt. Sie ist nicht nur eine private Angelegenheit, sie wirft beunruhigende und grundlegende Fragen der Brüderlichkeit, der Solidarität und der Einbindung in die menschliche Gemeinschaft auf. Es ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wir können die Realität nicht ignorieren, dass die Abtreibungsraten unter den Armen und Minderheiten viel höher sind und dass der Eingriff regelmäßig genutzt wird, um Kinder zu beseitigen, die mit Behinderungen geboren werden würden."

US-Präsident Joe Biden, ein Katholik, gab zwei Tage später zusammen mit der Vizepräsidentin Kamala Harris eine Erklärung zum Jahrestag von Roe v. Wade ab, der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1973, die landesweit freizügige Abtreibungsgesetze vorschrieb.

Der Präsident und die Vizepräsidentin betonten ihr Engagement für die legale Abtreibung und sagten: "Die Biden-Harris-Administration setzt sich für die Kodifizierung von Roe v. Wade und die Ernennung von Richtern ein, die grundlegende Präzedenzfälle wie Roe respektieren."

Biden erließ außerdem am 28. Januar ein präsidiales Memorandum zur Aufhebung der Mexico City Policy. Sein Gesetz erlaubt es den USA, wieder internationale Abtreibungsgruppen zu finanzieren.

Erzbischof Joseph Naumann von Kansas City, Vorsitzender des Pro-Life-Komitees der US-Bischöfe, und Bischof David Malloy von Rockford, Vorsitzender des bischöflichen Komitees für internationale Gerechtigkeit und Frieden, veröffentlichten am 28. Januar eine Erklärung.

"Es ist bedauerlich, dass eine der ersten Amtshandlungen von Präsident Biden aktiv die Zerstörung von Menschenleben in Entwicklungsländern fördert", so die Bischöfe.

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