Südtiroler Benediktinerinnen verlassen ihr Kloster in Säben

Kloster Säben von Osten
Foto: Haneburger / Wikimedia (CC0)

„Säben war und ist ein Ort Südtiroler Identität. Deshalb wäre es eine Tragik, wenn es in das europaweite Klostersterben hineingezogen würde.“

Diesen Satz notierte Elisabeth Mader in ihrem Buch „Die stille Kämpferin. Marcellina Pustet die 10. Äbtissin von Säben“ (Athesia, Bozen 2019). Nur zwei Jahre sind seitdem vergangen und das Befürchtete scheint unvermeidbar zu sein.

Die derzeitige, die 11. und letzte Äbtissin, Maria Ancilla Hohenegger, gab nun bekannt, dass sie lange mit sich gerungen habe und ihr der Entschluss schwer gefallen sei: das Ende der Abtei Heilig Kreuz in Säben ist gekommen. 

Seit 1996 ist Maria Ancilla Hohenegger als Äbtissin Nachfolgerin von Marcellina Pustet. Damals gehörten noch 18 Schwestern zum Konvent; heute gibt es nur noch drei. Die letzten Benediktinerinnen werden Kloster Säben verlassen.

Albert Schmidt, der Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, der das Säbener Kloster seit 1974 angehört, sieht in der Entscheidung der Äbtissin kein Zugeständnis des Scheiterns, vielmehr sei sie getragen von großem Verantwortungsbewusstsein. „All das, was ein Kloster in der Zeit seines Bestehens gelebt und gewirkt“ habe, bleibe „wertvoll und fruchtbar.“

Zwei Schwestern der Abtei Säben werden in nächster Zeit in die Zisterzienserinnenabtei Mariengarten in St. Pauls wechseln und eine Schwester will in die Abtei Nonnberg in Salzburg übertreten.

Bischof Ivo Muser, der Oberhirte der Diözese Bozen-Brixen, ist den Benediktinerinnen dankbar für ihre „Präsenz durch über 335 Jahre auf dem Heiligen Berg Südtirols“. „Durch das Gebet der Schwestern, durch ihr Glaubenszeugnis und durch die Gastfreundschaft, die sie vielen Menschen erwiesen haben, ist von Kloster Säben reicher Segen auf unser Land und darüber hinaus ausgegangen.“

Im Jahr 1685 kamen fünf Schwestern vom Salzburger Kloster Nonnberg nach Säben, um auf dem hoch über dem Eisack-Tal bei Klausen aufragenden Bergkegel ein Kloster zu gründen. 1699 wurde das „Kloster zum Heiligen Kreuz von Säben“ zur Abtei erhoben. 

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