"Synodaler Weg": Bätzing betont "Notwendigkeit", die "kirchliche Lehre weiterzuentwickeln"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist seit März 2020 auch Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz.
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, hat auf einen offenen Brief von Erzbischof Samuel Aquila reagiert, in dem der Oberhirte von Denver in den USA den deutschen "Synodalen Weg" erneut scharf kritisiert hatte.

"Unsere Kirche braucht Veränderung, um treu ihre Sendung wahrzunehmen und das kostbare Evangelium von Jesus Christus zu den Menschen unserer Zeit zu tragen", erklärte Bätzing. "Und die drängende Veränderung schließt auch die Notwendigkeit ein, die kirchliche Lehre weiterzuentwickeln. Dies ist meine Überzeugung."

Es seien "mehrdimensionale systemische Faktoren in der Katholischen Kirche", die "Missbrauch begünstigen", betonte der DBK-Vorsitzende in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben, das auf den 5. Mai datiert ist. "Diese aufzudecken und nach allen Kräften zu überwinden, das ist der Ausgangspunkt des Synodalen Weges in Deutschland, und er schlägt sich in den vier vorrangig zu bearbeitenden Themenfeldern nieder."

Als "erschreckend einlinig" bezeichnete Bätzing die Position von Aquila, wonach Bischöfe für ihre Fehler im Umgang mit Missbrauch "keine Verantwortung übernehmen", sondern "die kirchliche Lehre grundlegend infrage stellen". Aquila werde "leider der komplexen Realität der Missbrauch begünstigenden Strukturen in der Katholischen Kirche bei weitem nicht gerecht".

Keine weiteren offenen Briefe

In Zukunft wolle er nicht mehr auf offene Briefe antworten, so der DBK-Vorsitzende.

"Dass ich es beim ersten Mal getan habe, ist dem Respekt Ihnen und den Mitbrüdern gegenüber geschuldet", schrieb Bätzing. "Aber Sie wissen auch, dass es der üblichen Gepflogenheit entspricht, offene Briefe unbeantwortet zu lassen."

Außerdem hätten zu den Unterzeichnern des ersten offenen Briefes, der von Aquila lanciert worden war, "auch solche" gehört, "die über den wirklichen Diskussionsprozess des Synodalen Weges ausgesprochen uninformiert waren. Und auch nach geraumer Zeit hatten sie keine Kenntnis darüber, dass und wie ich ausführlich geantwortet habe."

Dies zeige, Aquila habe Bätzings Antwortschreiben "nicht auch nur annähernd auf ähnlichen Wegen öffentlich zugänglich gemacht wie Ihren eigenen Brief. Auch das ist Ihr gutes Recht, lässt aber Ihr Vorgehen doch einigermaßen fragwürdig erscheinen."

Hintergrund

In seiner Antwort auf den ersten offenen Brief von Aquila und Dutzenden anderen Kardinälen und Bischöfen aus aller Welt hatte Bätzing bemängelt, es seien zwar "Behauptungen in den Raum gestellt", aber keine "Begründungen" geliefert worden.

Seinem zweiten offenen Brief hatte Aquila daher fünf Seiten mit Zitaten aus Dokumenten des "Synodalen Wegs" beigefügt, "die, so der Erzbischof von Denver, "Anlass zu ernster Besorgnis geben. Dies ist lediglich eine kleine Auswahl dessen, was hätte zitiert werden können."

In seiner zweiten Antwort sagte Bätzing nun, er wolle "nur auf einen Punkt Ihrer Argumentation im aktuellen Schreiben eingehen" und leitete den Schluss seiner Antwort ein mit "Wenn ich nun nicht mehr weiter in die schriftliche Diskussion mit Ihnen einsteigen kann [...]".

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