Vatikanvertreter: Kirchenrecht sieht Kommunionempfang für Abtreibungsbefürworter vor

Bischof Marcelo Sánchez Sorondo
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Erzbischof Marcelo Sanchez Sorondo hat seine Entscheidung verteidigt, dem aktiven Abtreibungsbefürworter und Präsidenten Argentiniens, Alberto Fernández, bei der Feier der Heiligen Messe in der Krypta des Petersdoms die Heilige Kommunion zu spenden. 

Das berichtet die "Catholic News Agency" (CNA).

Die argentinische Zeitung "La Nacíon" veröffentlichte ein Video des Gottesdienstes. Darin ist zu sehen, dass sowohl Präsident Fernández wie auch seine Begleiterin den Leib Christi empfangen.

(Weitere Vertreter der Regierung Argentinies, die derzeit auf Europa-Reise sind, waren ebenfalls anwesend.)

Die Bischöfe Argentiniens haben mit einer Anzahl von Messen für den Schutz des ungeborenen Lebens auf die wiederholten Vorstöße von Präsident Fernandez reagiert, Abtreibung zu legalisieren. Eine erste Gesetzesinitiative wurde 2018 vom argentinischen Oberhaus niedergestimmt. 

Fernandez ließ sich im Jahr 2005 zivilrechtlich scheiden. Seit 2014 ist er in einer Beziehung mit Fabiola Yánez. Seine neue Begleiterin lebt seit 2019 offiziell mit ihm zusammen in der Residenz des Präsidenten. Auch sie empfing von Bischof Sorondo die heilige Kommunion.

Bischof Sorondo (77) ist ebenfalls Argentinier und sowohl Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften also auch der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften

Auf die Frage, warum er dem Politiker die Kommunion spendete, sagte Sorondo laut "LifeSiteNews", das Kirchenrecht verpflichte ihn dazu, "man muß die Kommunion spenden wenn jemand darum bittet. Nur im Fall einer Exkommunikation nicht. Der Präsident ist nicht exkommuniziert, deshalb kann ich ihm die Kommunion spenden, wenn er mich um die Kommunion bittet". 

Tatsächlich schreibt Canon 915 des Kirchenrechts vor, dass Katholiken, "die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren" nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen. Die Glaubenskongregation erklärte zudem im Jahr 1994, dass Paare, die wie Ehemann und Ehefrau zusammenleben, aber mit jemand anderem verheiratet sind, nicht die Kommunion empfangen können.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bischof Sorondo Aufsehen erregt. 

Nach einem Besuch der Volksrepublik China, in der Katholiken systematisch verfolgt und unterdrückt werden, lobte Sorondo die kommunistische Volksrepublik im Februar 2018 als weltweit führende moralische Autorität und sogar als beispielhaft für die Ausübung der katholischen Soziallehre und Verteidigung der Menschenwürde.

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