Bericht: Uigurische Frauen systematisch in chinesischen Lagern vergewaltigt

Flagge Chinas
Foto: Tomas Roggero via Flickr CC BY 20 12 10 15

HINWEIS: Dieser Bericht enthält Darstellung schwerer Gewalt gegen Frauen sowie genozidaler Praktiken.

 

Uigurische Frauen, die in Chinas "Umerziehungs"-Lagern interniert sind, werden von Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee systematisch vergewaltigt, berichtet eine ehemalige Lagerinsassin gegenüber der BBC.

Die ehemalige Internierte, Tursunay Ziawudun, ist eine uigurische Frau, die in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas lebte. Sie wurde zweimal in Xinjiang inhaftiert, bevor sie im vergangenen September in die Vereinigten Staaten kam.

Ziawudun und ihr Ehemann, der aus Kasachstan stammt, kehrten 2016 nach einem Aufenthalt im benachbarten Kasachstan nach China zurück. Nach ihrer Rückkehr nach Xinjiang wurde sie für einen Monat inhaftiert, aber 2018 wurde ihr mitgeteilt, sie brauche "mehr Bildung" und wurde in ein Internierungslager eingewiesen.

Dort, so sagte sie, wurde sie so geschlagen, dass eine Gebärmutterentfernung notwendig wurde, sie wurde mit einem Elektroschockgerät sexuell gefoltert und wiederholt von han-chinesischen Männern vergewaltigt. Ziawudun sagte auch, dass sie im Zuge der sexuellen Übergriffe im Lager wiederholt gebissen wurde.

Ziawudun wurde im Dezember 2018 aus dem Lager entlassen. Ihr Ehemann ist in Kasachstan geblieben, berichtet die Catholic News Agency (CNA).

Unabhängigen Berichten zufolge betreibt China ein Netzwerk von etwa 1.300 Lagern in Xinjiang, in denen bis zu 1,8 Millionen Uiguren und andere ethnische und religiöse Minderheiten inhaftiert sind. Berichten zufolge sind die Häftlinge politischer Indoktrinierung durch kommunistische Kader, Zwangsarbeit, Schlägen, Folter, Nahrungsentzug und Zwangssterilisationen ausgesetzt.

Ziawuduns Bericht an die BBC wurde von zwei Frauen bestätigt, die gezwungen wurden, in den Lagern zu unterrichten. Die Regierung der Volksrepublik beschreibt die Lager als Präventivmaßnahmen für islamischen und separatistischen Terrorismus; die Gefangenen werden patriotischer, kommunistischer Propaganda über China unterzogen.  Alles, was mit dem Islam und traditionell uigurischen Praktiken und deren Sprache zu tun hat, ist verboten.

Der uigurisch-amerikanische Anwalt und Menschenrechtsaktivist Nury Turkel, Beauftragter der U.S. Kommission für Religionsfreiheit (USCIRF), sagte, die Vorwürfe, die der BBC-Bericht erhebe, seien "Beweise für schreckliche sexuelle Gewalt gegen uigurische Frauen in den Konzentrationslagern der Kommunistischen Partei Chinas."

"Die internationale Gemeinschaft darf nicht schweigen; jetzt ist es an der Zeit, China für den Völkermord zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Turkel.

Tatsächlich haben westliche Politiker, darunter die Außenminister der Vereinigten Staaten unter Präsident Joe Biden und seinem Vorgänger Donald Trump ebenfalls einen Genozid an den Uiguren unter dem Regime von Xi Jinping festgestellt und verurteilt. Antony Blinken, der neue US-Außenminister, erklärte am 26. Januar 2021, er teile die Einschätzung seines Vorgängers, Mike Pompeo. 

39 Nationen – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – haben im vergangenen Oktober die Menschenrechtsverletzungen Chinas in einer gemeinsamen Erklärung verurteilt. Sie fordern die Vereinten Nationen auf, die Situation an mehreren Brennpunkten, darunter Xinjiang und Hong Kong offiziell zu untersuchen. 

Bislang vorwiegend in Schweigen hüllen sich dagegen Papst Franziskus und der Vatikan. Beiden stehen unter Druck, sich klar zur Sinisierung und Verfolgung der muslimischen Uiguren und anderer Minderheiten – vor allem der Katholiken, die ebenfalls Opfer der Politik der "Sinisierung" sind – zu äußern. Grund für das Stillschweigen in Rom ist das von Franziskus persönlich verantwortete Abkommen des Vatikans über die Ernennung von Bischöfen mit Chinas Regime, sagen Beobachter. 

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