'Besinnungsloser Zorn': Kardinal Müller weist harte Kritik eines deutschen Jesuiten zurück

Es sei "einfach nur infam, die sexuellen Verbrechen an Teenagern und jungen Erwachsenen für kirchenpolitische Ziele zu benutzen"

Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Foto: CNA / Daniel Ibanez
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Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat die Kritik des Jesuitenpaters Klaus Mertes über seine Aussagen zur Rolle von Homosexualität in der Kirchenkrise von sich gewiesen.  Mertes hatte diese unter anderem als "abgründig falsch" und "unglaublich dreist" bezeichnet. 

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation wies die aus seiner Sicht in "besinnungslosen Zorn" gemachten "Beschimpfungen" des Jesuiten in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" zurück. Es sei "einfach nur infam, die sexuellen Verbrechen an Teenagern und jungen Erwachsenen für kirchenpolitische Ziele zu benutzen".

Pater Mertes vergreife sich nicht nur im Ton, sondern ihm fehle auch die Sachkenntnis und Urteilskraft zur Frage der Rolle von Homosexualität in der Kirchenkrise. 

Auf dem Portal "katholisch.de" hatte Mertes die Aussagen Müllers zur Kirchenkrise als "zum Dogma geronnene klerikale Dünkel" kritisiert. Auch der Aussage, dass die Kirche sexuelles Fehlverhalten nicht dulden dürfe, bemängelte der Jesuit und sprach von einer "Fraktion", die Homosexuellen Schuld an der Krise geben wolle.

Offenbar kenne Pater Mertes nicht "die biblische Lehre zu homosexuellen Handlungen und zur absoluten Verwerflichkeit der Schändung von Heranwachsenden", sagte Kardinal Müller nun dazu und fügte an: "So wenig man eine Schreibmaschine zu einem Klavier weiterentwickeln kann", so wenig könne man "das Wort Gottes in das Gegenteil zu verkehren".

Mertes ist Leiter des Jesuiten-Gymnasiums St. Blasien. Er machte 2010 die ersten Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg publik. 

Wie CNA Deutsch berichtete, fordert Kardinal Müller, dass die Kirche das Problem des Atheismus und sexuellen Fehlverhaltens unter Geistlichen angeht, dass "homosexuelles Verhalten von Klerikern in keinem Fall geduldet werden kann und dass die kirchliche Sexualmoral nicht durch die weltliche Akzeptanz der Homosexualität relativiert werden darf". 

Zur Kirchenkrise gehöre neben dem sexuellen Fehlverhalten und Missbrauchskandalen auch, "dass man die wahren Ursachen nicht sehen will und durch Propagandaphrasen der Homo-Lobby vertuscht. Unzucht mit Jugendlichen und Erwachsenen ist eine  Todsünde, die keine Macht der Welt für moralisch neutral erklären kann", so der deutsche Kardinal.

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