Bischof Bätzing an Evangelische Kirche: "Mahlgemeinschaft" wird "erfahrbar sein"

Bischof Georg Bätzing
Foto: Bistum Limburg

Bischof Georg Bätzing hat sich erneut zuversichtlich mit Blick auf eine "Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft" mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gezeigt: In einem heute veröffentlichen Grußwort an die Synode der EKD schreibt Bätzing wörtlich:

"Die Gemeinschaft im Glauben, die ökumenisch schon auf vielfache Weise sichtbar wird, zielt auf eine Einheit, die auch als Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft erfahrbar sein wird".

Es sei "gut, dass durch das Votum des Ökumenischen Arbeitskreises [ÖAK] 'Gemeinsam am Tisch des Herrn' die Debatte über die noch offenen Fragen auf dem Weg dorthin neu angefacht" worden sei, so der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Mitvorsitzende des ÖAK weiter.

Wie CNA Deutsch berichtete, haben zuvor sowohl der "Ökumene-Minister" von Papst Franziskus, Kardinal Kurt Koch, als auch die Glaubenskonregation des Vatikans dem Arbeitspapier der ÖAK eine deutliche Absage erteilt.

Es gehe weniger um eine "Öffnung" oder "Blockade" eines gemeinsamen "Mahls" als ein grundsätzlich anderes Verständnis von Eucharistie und Realpräsenz, so der Vatikan.  Die Kongregation wies unter der Leitung ihres Präfekten, Kardinal Luis Ladaria SJ, den deutschen Bischof und ÖAK-Vorsitzenden Bätzing darauf hin, dass die lehramtliche Auffassung in der Unterscheidung zwischen einer katholischen Eucharistiefeier und einem protestantischen "Abendmahl" zu gravierend sei, um eine "wechselseitige Teilnahme" zu ermöglichen. 

Die "katholischen Grundverständnisse" von Kirche, dem Opferbegriff der Eucharistie und des Weiheamts sind "nicht ausreichend geklärt", monierte die Glaubenskongregation gegenüber Bätzing. Damit würden "zentrale Themen des Depositum fidei, Glaubenswahrheiten, de fide tenendae" direkt berührt.

Dies haben nicht nur ranghohe Kardinäle in Rom sondern auch mehrere deutsche Bischöfe schon bekräftigt

In seinem neuen Grußwort schreibt Bätzing: "Ich werde mich in der Bischofskonferenz und auch im Gespräch mit Rom dafür einsetzen, dass darüber ein intensiver Diskurs geführt wird und Ergebnisse der ökumenischen Dialoge gesichtet und rezipiert werden".

Die Glaubenskongregation begründete ihre Entscheidung indessen mit theologischen Bedenken, die auch der "Ökumene-Minister" von Papst Franziskus, Kardinal Kurt Koch, sehr deutlich bekräftigt hat.

Koch betonte indessen nicht nur, dass die Bedenken der Glaubenskongregation sehr schwerwiegend sind. Auch Papst Franziskus sei "besorgt" über die Vorgänge – und zwar "über die Situation der Kirche in Deutschland überhaupt", warnte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.

Bischof Georg Bätzing wurde am 3. März 2020 zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. In seiner bisherigen Amtszeit hat der – als "Moderator" angetretene – Bischof unter anderem eine Synode in Rom gefordert: So sollten deutsche Beschlüsse des umstrittenen "Synodalen Wegs" dann weltkirchlich in Kraft gesetzt werden können.

Den vollen Wortlaut der jüngsten Äußerungen des Limburger Hirten lesen Sie hier.

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