Ökumenische "Mahlgemeinschaft": Bischof Feige warnt vor falschen Erwartungen

Bischof Gerhard Feige
Foto: Bistum Magdeburg
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Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat hinsichtlich der Frage, ob künftig auch Protestanten die Eucharistie empfangen können, vor falschen Erwartungen gewarnt.

Feige ist der Ökumene-Beauftragte der deutschen Bischofskonferenz (DBK). Er hatte am Mittwoch in Erfurt an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der über das Arbeitspapier "Gemeinsam am Tisch des Herrn" des deutschen ökumenischen Arbeitskreises (ÖAK) diskutiert wurde.

Darin hatten Theologen unter dem Vorsitz von Bischof Georg Bätzing (Bistum Limburg) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck) die wechselseitige "Abendmahlsgemeinschaft" gefordert. Diese sei "insbesondere in der Situation konfessionsverbindender Familien pastoral geboten". Man sei sich, so die Verfasser, in der Ökumene mittlerweile auch im Thema Eucharistie/Abendmahl nähergekommen, sodass "die verbliebenen Differenzen" nicht weiter "als kirchentrennend" betrachtet werden könnten.

"Die dort formulierten Übereinstimmungen entsprechen noch nicht unbedingt der Wirklichkeit der kirchlichen Praxis", wird Feige am Mittwoch von der KNA zitiert.

In seiner ersten Reaktion hatte Feige noch im September geäußert, dass die Vorschläge des Arbeitskreises auf dem ökumenischen Weg die Tür weit aufstoße. Als zuständiger Bischof für die Ökumene wisse er um die hohen Erwartungen der Gläubigen. Auch am Mittwoch warnte Feige erneut davor, dass gerade hinsichtlich des ökumenischen Kirchentags 2021 durch dieses Papier noch größerer "Druck im Kessel" entstehe, der eine theologische Aufarbeitung des Streitthemas unmöglich machen könnte.

In der Frühjahrsvollversammlung der DBK, so Bischof Feige, werde man dieses Thema jedoch weiter vertiefen.

Bereits in der Vergangenheit hatte sich Feige dafür stark gemacht, dass konfessionsverschiedene Ehepartner gemeinsam die Eucharistie empfangen dürfen. Ein solcher Vorstoß der DBK wurde 2018 von Rom zurückgewiesen. Auch andere Bischöfe aus Deutschland, unter anderem Kardinal Rainer Maria Woelki (Erzbistum Köln) und Bischof Stefan Oster (Bistum Passau), hatten gegen die "Handreichung" protestiert. Feige warf ihnen daraufhin "Doppelmoral" vor (CNA Deutsch hat ausführlich berichtet).

Bischof Feige sagte damals, dass der "massive Widerstand" gegen das DBK-Dokument, dem "mehr als dreiviertel der deutschen Bischöfe zugestimmt hätten", zeige, dass viele der Betroffenen schon längst das ganz selbstverständlich praktizierten, "was der Würzburger Synode bereits vor 42 Jahren in einer Bitte an die Bischöfe um Klärung vor Augen stand und nunmehr hätte empfohlen werden sollen: im Einzelfall unter besonderen Umständen nach geistlicher Beratung und individueller Gewissensentscheidung die Kommunion zu empfangen".

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