Bischof Meier: "Synodalen Weg" justieren? Deutsch-Polnisches Bischofstreffen zu Prozess

Bischof Bertram Meier am 31. Januar 2021
Foto: Maria Steber / pba

Bei einem Austausch zwischen Vertretern der polnischen und der deutschen Bischofskonferenz von Dienstag bis Donnerstag sei auch die polnische Kritik am deutschen "Synodalen Weg" zur Sprache gekommen, erklärte der Augsburger Bischof Bertram Meier.

Die Kirche in Deutschland müsse "deutlich unterscheiden und das geben uns auch die polnischen Bischöfe mit auf den Weg: Was ist Kern und was ist Schale auch der katholischen Lehre und Moral?"

Vor diesem Hintergrund sagte Meier am Freitagmorgen gegenüber dem bundesweit empfangbaren katholischen Sender Radio Horeb: "Und da haben wir, denke ich, auch noch eine Möglichkeit, auf dem Synodalen Weg in Deutschland uns ein wenig neu auch zu justieren: Was steht ganz oben, was ist unveränderlich, was ist der Kern – und von dem zu unterscheiden, was wir auch in der Kirche ändern können, müssen, sollen?"

"Hier differenzierter heranzugehen, das glaube ich, nehme ich auch mit aus diesem Gespräch der letzten zwei Tage", so Meier weiter. Gleichzeitig betonte er, dass die "Probleme, die bei uns zum Teil sehr konstruktiv in Deutschland diskutiert werden", auch in Polen "nicht ganz fremd" seien.

In jedem Fall müsse man darauf achten, "dass Gespräche nicht immer gleich durch offene Briefe stattfinden. Also das Thema: Öffentliche Gespräche sind manchmal das Gegenteil von offenen Gespräch."

Brief der polnischen Bischofskonferenz

Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz hatte im Februar in einem offenen Brief an seinen deutschen Amtskollegen "brüderliche Besorgnis" über die Richtung des "Synodalen Wegs" geäußert.

"Deshalb betrachte ich das bisherige Vorgehen des deutschen 'Synodalen Weges' mit Sorge", schrieb Erzbischof Stanisław Gądecki an Bischof Georg Bätzing. "Wenn man seine Früchte beobachtet, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Grundlage der Betrachtung nicht immer das Evangelium ist."

Meier sagte gegenüber Radio Horeb, der Brief habe bei dem Treffen in dieser Woche "keine Rolle gespielt in dem Sinne, dass wir hier Textanalyse gemacht hätten". Stattdessen habe man "versucht, den Synodalen Weg in Deutschland auch in den Kontext des kirchlichen synodalen Prozesses einzuordnen, den ja der Papst von allen katholischen Ortskirchen, sprich in allen Ländern sich wünscht."

Ukraine-Krieg und Priesterausbildung

Natürlich habe man sich auch zum Ukraine-Krieg ausgetauscht, sagte Meier. Er lobte das Engagement der polnischen Kirche sowie von ganz Polen in der Flüchtlingsarbeit.

Zum Krieg selbst betonte Meier:

Also es ist so, dass wir ganz klar gesagt haben, dass es sich um einen Angriffskrieg handelt von Seiten Putins und dass das reine Motto Frieden schaffen ohne Waffen nachjustiert werden muss. Es ist ganz entscheidend wichtig, dass die Ukraine sich wehren darf, weil sie attackiert worden ist und dass die Ukraine eine Art Stellvertreterkrieg auch führen muss. Denn wir befürchten, dass es am Ende nicht bei der Ukraine bleibt.

Mit Blick auf den mangelnden Priesternachwuchs, der sich inzwischen auch in Polen feststellen lasse, sagte Meier, man könne voneinander lernen.

"Ich denke, dass wir den polnischen Mitbrüdern, aber auch der Kirche in Polen das weitergeben können, was kooperative Pastoral ist", so der Bischof. "Gleichzeitig können wir aber von den Polen einiges lernen, nämlich die Wertschätzung für geweihte Seelsorge, sprich für Priester."

Dies sei möglichweise "bei uns in Deutschland etwas in den Schatten gerückt worden", gab Meier zu. "Es braucht Priester, es braucht Priester, die den Menschen das Wort Gottes authentisch verkündigen, die ihnen die Sakramente spenden und auch im Dienst an den Nächsten am Beispiel Jesu sich orientieren, eben handeln."

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