Chinesischer Bischof fordert: Liebe zum Staat muss über Liebe zur Kirche stehen

Die Flaggen Chinas und des Vatikans.
Foto: FreshStock / Shutterstock
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Ein chinesischer Bischof hat gesagt, dass die Katholiken im Land ihre Loyalität zum Staat über den eigenen Glauben stellen müssen.

Bischof John Fang Xingyao machte diese Aussage auf einem von der Kommunistischen Partei veranstalteten Treffen, das stattfand, um über  Religion in China zu diskutieren.

"Die Liebe zum Vaterland muss größer sein als die Liebe zur Kirche und das Recht des Landes steht über dem Kirchenrecht", sagte Bischof Fang am 26. November auf der "Politischen Beratenden Konferenz über Religionen", berichtet "Asia News".

Bischof Fang ist das Oberhaupt der Diözese Linyi an der Ostküste Chinas in der Provinz Shandong.

Fang ist auch Präsident der "Chinesischen Katholischen Patriotischen Vereinigung", der staatlich kontrollierten Organisation, die bis zum Abschluss des umstrittenen Abkommens zwischen dem Vatikan und der Volksrepublikim vergangenen Jahr im Schisma mit Rom stand.

Unterstützung des Vatikans?

Die "vorläufige" Vereinbarung gab kommunistischen Beamten ein Mitspracherecht bei der Ernennung katholischer Bischöfe und das Recht, die "Sinisierung" in der örtlichen katholischen Kirche durchzusetzen.

Fang ist auch Vizepräsident des "Rates der chinesischen Bischöfe" und Mitglied des "Ständigen Ausschusses der Politischen Beratenden Konferenz des chinesischen Volkes" (CPPCCP). Fang wurde 1994 von der chinesischen Regierung zum ersten Mal zum Bischof ernannt.

Jahrzehntelang war die Kirche in China gespalten zwischen dem "Chinesischen Patriotischen Katholischen Verein" und der eigentlichen Untergrund-Kirche, die in voller Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl stand.

Das stark umstrittene Abkommen zwischen dem Vatikan und China im September 2018, dessen volle Einzelheiten noch nicht bekannt sind, sollte die beiden kirchlichen Gemeinschaften vereinen, obwohl mehrere Berichte aus China zufolge Priester wie Laien, die sich weigern, in staatlich geführten Kirchen zu praktizieren, verfolgt werden.

Der "Präsident auf Lebenszeit" der Volkrepublik, Xi Jinping, hat eine umfassende Kampagne gestartet, um die Religion in China restlos unter die strenge Kontrolle der Kommunistischen Partei zu bringen.

Im Jahr 2016 hielt Xi eine Rede auf der Nationalen Konferenz für Religiöse Arbeit, wo er seine Forderung nach der "Sinisierung" von Religion darlegte, also die Bemühungen, Religion mit der chinesischen Kultur und der Linie der Kommunistischen Partei Chinas in Einklang zu bringen.

In den Provinzen Jiangxi und Fujian in Ostchina wurden Priester, die sich weigerten, Vereinbarungen zu unterzeichnen, die sie an die Vorschriften der Regierung binden, aus ihren Häusern vertrieben, und ihre Kirchen wurden geschlossen. Die chinesische Regierung hat nicht konform arbeitenden Priestern das Reisen verboten, und viele wurden gezwungen, sich zu verstecken.

Mit den chinesischen "Vorschriften über religiöse Angelegenheiten", die ab Februar 2018 umgesetzt wurden, sind "nicht autorisierte" Glaubenslehren in China grundsätzlich verboten worden.

Verfechter der Religionsfreiheit in den USA haben gewarnt, dass die Verfolgung religiöser Minderheiten und nicht registrierter Kirchen aufgrund der "Sinisierung" schlimmer denn je ist.

Die Verfolgung von Religionen in China hat in den letzten Monaten und Jahren stetig zugenommen. Anfang dieses Jahres wurden die Kirchen der staatlichen "Drei-Selbst-Patriotischen Bewegung" des Landes angewiesen, die Darstellung der Zehn Gebote durch eine Liste der Sprüche von Präsident Xi zu ersetzen.

Seit 2013 wurden die Kreuze von schätzungsweise 1.500 katholischen und protestantischen Kirchen entfernt, um das Christentum zu "sinisieren". Die chinesische Regierung hat im Februar 2018 neue Einschränkungen eingeführt, so dass es für alle Personen unter 18 Jahren verboten ist, ein Kirchengebäude zu betreten.

Im vergangenen Monat haben die chinesischen Behörden eine katholische Kirche abgerissen, nachdem sie behauptet hatten, dass dem Gebäude die entsprechenden Genehmigungen fehlten. Während der Proteste von Katholiken in der Kirche wurde berichtet, dass chinesische Beamte behaupteten, dass "der Vatikan auf unserer Seite ist" und sie beim Abriss der Kirchen unterstütze.

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