Einführung von "Großpfarreien" in Bistum Trier: Bischof Ackermann zieht Gesetz zurück

Bischof Stephan Ackermann spricht bei der ersten Vollversammlung der Diözesansynode im Jahr 2013
Foto: Bistum Trier

Statt Pfarreien mit Pfarrern sollten "pastorale Großräume" und Leitungsteams die Zukunft der Kirche im Bistum Trier sein. Nun hat Bischof Ackermann von Trier mitgeteilt, das am 15. Oktober 2019 erlassene Gesetz zurückzuziehen.

Die "Reformpläne" sollen nun erneut diskutiert werden und dann umgesetz werden, auch wenn der rechtliche Rahmen für eine Umsetzung der "Diözesansynode" ungültig ist, der aus 887 Pfarreien 36 "XXL-Pfarreien" machen sollte.

Das Vorhaben, das Ackermann als "Masterplan" bezeichnet hatte, war nach Kritik von Gläubigen – die dem Bischof und seinen Bürokraten vorwarfen, das Bistum zu spalten – sowie einer massiven Intervention des Vatikans auf Eis gelegt worden. Ackermann hatte Roms Entscheidung als "bedrückend" bezeichnet.

Der Vatikan habe ihn daran erinnert, dass kirchliche Räte nicht den Entscheidungscharakter von weltlichen Parlamenten hätten, so Ackermann damals. Auch die Rolle des Priesters müsse innerhalb der "Leitungsteams" aufgewertet werden.

Ackermann räumte am 20. November laut dem Bistum ein, dass er und seine Verwaltungs-Mitarbeiter darüberhinaus "unterschätzt" hätten, "wie sehr die traditionellen Strukturen der Pfarrei zusammen mit dem pfarrlichen Leben mit Emotionen, Gefühlen, Erinnerungen verbunden seien".

Wie das Bistum weiter mitteilte, sei aus Ackermanns Sicht die jahrelange Debattenveranstaltung der Diözesansynode nicht umsonst gewesen.

"Auch wenn die Pfarrei der Zukunft nun nicht so kommt, wie es im Herbst des vergangenen Jahres geplant war, so bin ich doch der Überzeugung, dass die meisten Überlegungen und Vorarbeiten nicht umsonst gewesen sind, weil wir in diesem Prozess vieles gelernt und dokumentiert haben, was auch bei einem veränderten Vorgehen hilfreich ist", so Ackermann.

Das Bistum plant weiter eine "Reform" der Pfarreien. Generalvikar Ulrich von Plettenberg kündigte an, ab dem Jahr 2021 "in der Logik von Pfarreien einerseits und Pastoralen Räumen andererseits" denken zu wollen. Dazu werde es eine Vorbereitungszeit ab Januar 2021 geben, anschließend erneut Gesprächsveranstaltungen und Gremienarbeit. Im Jahr 2022 sollen neue "pastorale Räume" eingeführt werden.

Wie  die anderen Diözesen in Deutschland ist Trier von andauernd hohen Austrittszahlen, einer schrumpfenden Minderheit an praktizierenden Katholiken sowie einem Mangel an Priesterberufungen betroffen.

Papst Franziskus hat die deutschen Katholiken wiedehrolt zur Evangelisierung aufgerufen und davor gewarnt, nur über Strukturen zu diskutieren, statt den Glauben zu verkündigen. Der Vatikan hat zudem die Pfarreien aufgefordert, zu missionarischen Orten zu werden. Diese Instruktion wurden jedoch von mehreren deutschen Bischöfen und Funktionären scharf kritisiert.

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