Münsteraner Weihbischof: Vatikan-Erklärung ist "Ohrfeige für reformwillige" Katholiken

Weihbischof Rolf Lohmann
Foto: screenshot / YouTube / Propsteigemeinde St. Viktor

Der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann hat die vatikanische Erklärung zum "Synodalen Weg" am Freitag als "eine Ohrfeige für reformwillige Katholikinnen und Katholiken" bezeichnet. Diese hätten sich "gemeinsam auf den Weg gemacht", so Lohmann im Gespräch mit der Rheinischen Post, "um die Kirche aus dem Sumpf zu ziehen, der dem schrecklichen Missbrauch den Boden bereitet hat".

In der Erkärung des Heiligen Stuhls vom Donnerstag hieß es, der "Synodale Weg" sei "nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten". Tatsächlich wäre es "nicht zulässig, in den Diözesen vor einer auf Ebene der Universalkirche abgestimmten Übereinkunft neue amtliche Strukturen oder Lehren einzuführen, welche eine Verletzung der kirchlichen Gemeinschaft und eine Bedrohung der Einheit der Kirche darstellen würden".

Lohmann betonte, der "Synodale Weg" müsse "weitergehen, auch mit Gegenwind". Zwar könnte man nach einem Blick auf die Erklärung meinen, der "Synodale Weg" sei am Ende, doch gehe man "keinen 'deutschen Sonderweg'" und fasse "keine Beschlüsse", welche "einer gesamtkirchlichen Regelung derzeit entgegenstehen. Trotzdem sagen wir, was aus unserer Sicht nicht gut ist und wo wir dringenden Reformbedarf sehen, wenn unsere Kirche zukunftsfähig sein soll. Und das werden wir auch so nach Rom weitergeben."

Wie die beiden Präsidenten des Synodalen Wegs, Bischof Georg Bätzing von der deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Irme Stetter-Karp vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), beklagte Lohmann "die Art, wie der Heilige Stuhl mit der Kirche in Deutschland kommuniziert". Dies sei "für mich unverständlich", erklärte der Weihbischof.

"Das geht schon damit los, dass das Schreiben nicht namentlich unterzeichnet ist und die Verfasser so im Dunkeln bleiben", so Lohmann. "Das hat nichts mit offener, transparenter Kommunikation auf Augenhöhe zu tun, sondern ist ein Beispiel dafür, was eben nicht richtig läuft bei uns in der Kirche."

Beim "Synodalen Weg" gehe es darum, darauf zu hören, "was Gott uns aufgetragen hat und was die Menschen uns zu sagen haben", sagte der Weihbischof. "Und ihnen können wir dann, wenn sie es möchten und uns wieder als glaubhaft wahrnehmen, von unserer Botschaft berichten."

Der "Synodale Weg" wurde zu verschiedenen Anlässen von Laien und Bischöfen aus aller Welt kritisiert, etwa für die anvisierte Änderung der kirchlichen Sexualmoral oder die Diskussion um die Notwendigkeit des sakramentalen Priestertums.

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