Neuer Brief an Franziskus bezeichnet sich als "Zurechtweisung"

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 7. September 2016
Foto: CNA / Daniel Ibanez
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Papst Franziskus hat ein Schreiben erhalten, dass sich als "Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien" bezeichnet. Auf der Liste der Erstunterzeichner befinden sich auch Intellektuelle aus dem deutschsprachigen Raum. Das Schreiben fordert den Papst "mit tiefem Schmerz" auf, eine falsche Lehre "zu Ehe, Moral und Eucharistie" zu verurteilen, die er - behaupten die Autoren - "direkt oder indirekt vertreten" habe.

Zu den Erst-Unterzeichnern des unter dem lateinischen Titel Correctio Filialis De Haeresibus Propagatis am heutigen Sonntag veröffentlichten Schreibens gehören unter anderem der deutsche Autor Martin Mosebach und der österreichische Philosophie-Professor Thomas Stark. Nach Übergabe des Schreibens an den Papst habe auch der General-Obere der Priesterbruderschaft Pius X. (SSPX), Bischof Bernard Fellay, davon erfahren und dieses unterschrieben, hieß es.

Neben Bischof Fellay habe ein weiterer Geistlicher der SSPX, Pater Robert Brucciani, das Schreiben unterzeichnet.

Die Correctio wurde Franziskus nach Angaben der Unterzeichner mit damals 40 Unterschriften am 11. August 2017 zugestellt. Nachdem sie seitdem keine Antwort erhalten hätten, würden sie es nun veröffentlichen, heißt es auf der im Internet in mehreren Sprachen publizierten Darstellung.

Die Unterzeichner betonen ihre "Loyalität zur Heiligen Römischen Kirche, versichern den Papst ihres Gebetes und bitten ihn um seinen apostolischen Segen".

"In der Hoffnung, einer weiteren Ausbreitung von Lehren vorzubeugen, die in sich dazu neigen, alle Sakramente zu profanieren und das Gesetz Gottes umzustürzen", betonen die Erst-Unterzeichner auf der Website, dass sie als Untergebene "sich kein Urteil über den Grad der Schuldhaftigkeit an[maßen], mit dem Papst Franziskus die sieben angeführten Häresien verbreitet hat. Sie bestehen aber respektvoll darauf, dass Papst Franziskus diese Häresien verurteilt, die er direkt oder indirekt vertreten hat."

Die "Zurechtweisung", deren vollständiger Text in deutscher Sprache veröffentlicht wurde, besteht aus drei Teilen. Neben der eigentlichen Correctio in lateinischer Sprache gibt es eine erklärende Begründung der Unterzeichner, mit der sie aus Ihrer Sicht darstellen, "warum sie als gläubige und praktizierende Katholiken das Recht und sogar die Pflicht haben, eine solche Zurechtweisung an den Papst zu richten". Ein dritter Teil beschreibt den Modernismus sowie den Einfluss Martin Luthers als "Quellen des Irrtums".

Im zweiten Teil - der eigentlichen Correctio - werden sieben Thesen angeführt, die der Pontifex verbreitet und "dadurch eine große und unmittelbare Gefahr für die Seelen verursacht" haben soll, behaupten die Autoren.

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