"Zuhören, prüfen, vorschlagen": Wie die Kirche in Italien ihren "Synodalen Weg" gehen will

Kardinal Gualtiero Bassetti schildert in Grußwort an die Waldenser das Programm der Kirche in Italien

Kardinal Gualtiero Bassetti
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Dass der Synodale Prozess in Italien wenig mit der in Kritik geratenen deutschen Veranstaltung zu tun hat, die als "Synodaler Weg" angetreten ist: Das hat Kardinal Gualtiero Bassetti bereits klargestellt. Nun hat der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz den Prozess in einem ökumenischen Grußwort skizziert. Dabei knüpft er nicht nur eine Verbindung zu christlichen Geschwistern anderer Gemeinschaften, sondern auch den anderen abrahamitischen Religionen.

"Zuhören, prüfen und vorschlagen": In seiner Botschaft an die protestantische Waldenserkirche, die heute beginnt, fasst der Kardinal damit die Leitlinien der künftigen Synode der italienischen Kirche und hebt damit nicht nur die ökumenischen Prioritäten, sondern auch die Prioritäten der Kirche in Italien hervor. Dazu gehört auch, einen Schwerpunkt der Aufmerksamkeit auf den Mittelmeerraum zu setzen.

Die in mehrere Gruppen aufgeteilte Waldenserkirche gilt als größte protestantische Gemeinschaft in Italien. Nach eigenen Angaben hat sie insgesamt gut 40.000 Mitglieder. Ihr Leitungsgremium nennt sich Tavola Valdese. 

Nach einem Jahr pandemiebedingter Abwesenheit tagt derzeit die "Synode der Methodisten- und Waldenserkirche" wieder, und zwar fast ausschließlich online, mit Ausnahme der Tavola am Sitz im Piemont. Viele Themen werden diskutiert, einige davon in Übereinstimmung mit den italienischen Bischöfen, angefangen bei der Forderung nach Aufnahme afghanischer Flüchtlinge, sowie die Zukunft Europas.

In seiner Botschaft sprach Kardinal Bassetti über "die Notwendigkeit der gegenseitigen Begegnung" und nannte als Beispiel den Mittelmeerraum: Ein "komplexer Reichtum" biete diese Region, die in Italien heute noch Mare Nostrum genannt wird. Aus der Region sollten die italienischen Christen erneut schöpfen, auch mit Blick auf die anderen abrahamitischen Religionen - mit anderen Worten, den Islam und das Judentum.

Für Kardinal Bassetti sind die Verben "zuhören, prüfen und vorschlagen" auch die Leitlinien, "um die herum sich der synodale Prozess der katholischen Kirche in Italien entwickeln wird". Es sind Verben, die auch der Europäischen Ökumenischen Bewegung am Herzen liegen.

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Übersetzt, gekürzt und redigiert aus dem italienischen Original.