Redaktion - Montag, 31. März 2025, 14:15 Uhr.
„Glockenguss und Glockenmusik“ sind vor wenigen Tagen offiziell in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden, das die Deutsche UNESCO-Kommission führt. Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sieht darin „ganz wesentlich“ auch eine „Würdigung der Kirchen“.
In Deutschland seien 85 Prozent aller Glocken tatsächlich „Kirchenglocken, wurden im Auftrag der Kirche hergestellt und von ihren Gläubigen finanziert, und sie werden tagein tagaus zu kirchlichen Anlässen geläutet“, betonte Bätzing. „Von ihrem edlen Klang profitieren alle – weit über die Kirche hinaus. Das ist eine Verbindung von Kultur und Kultus in Idealform!“
Im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes heißt es nun: „Läuten, Spielen und Gießen von Glocken sind lebendige Traditionen, die sich gegenseitig ergänzen und aufeinander aufbauen. Glocken begleiten seit Jahrhunderten religiöse, gesellschaftliche und feierliche Anlässe, ihr Klang prägt den Alltag vieler Menschen. Während das Gießen handwerkliches Wissen und spezielle Techniken erfordert, bringt das Läuten und Spielen die Glocken erst zum Klingen und verleiht ihnen eine kulturelle Bedeutung. Durch musikalische Aufführungen und Bräuche bleibt diese Tradition lebendig und entwickelt sich stetig weiter.“
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„Als immaterielles Kulturerbe vereinen die Glockenmusik und der Glockenguss handwerkliches Wissen, musikalische Fertigkeiten und tief verwurzelte Traditionen“, so das Verzeichnis außerdem. „Das Glockengießen ist ein jahrhundertealtes Handwerk mit spezialisierten Techniken, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das Läuten und Spielen von Glocken stiftet Gemeinschaftsgefühl und besitzt symbolische Bedeutung für religiöse und weltliche Anlässe. Trotz technischer Möglichkeiten des Abspielens von Glockenklängen bleibt die Tradition lebendig und entwickelt sich durch neue musikalische Ausdrucksformen sowie interaktive Projekte weiter.“
Die Deutsche Bischofskonferenz teilte am Samstag mit, es gebe in Deutschland „mehr als 90.000 Kirchenglocken, die im Turm hängen und regelmäßig geläutet werden. 85 Prozent von ihnen wurden im Lehmformverfahren, wie es von Friedrich Schiller beschrieben wird, hergestellt.“
„Die Lullusglocke der Reichsabtei Hersfeld ist die älteste intakte Gussglocke Deutschlands“, hieß es. „Das heute unverändert angewandte Lehmformverfahren wurde im 12. Jahrhundert entwickelt. Der Höhepunkt in Guss und Klang wurde in der Spätgotik erreicht. Die beiden Weltkriege vernichteten durch Einschmelzen und Bombeneinwirkung mehr als 80.000 Kirchenglocken.“