Bischof Bertram Meier: "Bin für weibliche Diakone"

Bischof Bertram Meier am 31. Januar 2021
Foto: Maria Steber / pba

Bischof Bertram Meier hat in einem neuen Interview seine Sicht der Frage weiblicher Diakone geschildert. Der Augsburger Bischof erklärte in einem Podcast-Interview der "Augsburger Allgemeinen", er sehe die Zukunft in einer "Beauftragung für den diakonischen Dienst für Frauen, aber auch geformt mit eigenem Profil". 

Meier räumte ein, dass die Kirche keine Vollmacht hat, Frauen zu Priestern zu weihen. Dies hat Papst Franziskus wiederholt bekräftigt. Im Februar 2020 begründete der Pontifex dies theologisch in "Querida Amazonia", dem Nachsynodalen Schreiben der Amazonas-Synode. "Die Stärke und Gabe der Frauen" bestehe nicht im Weiheamt, schrieb der Papst.

Zum Abschluss der von Tumulten begleiteten Amazonas-Synode hatte der Vatikan am 8. April 2020 mitgeteilt, erneut eine weitere Kommission zur "Untersuchung" der Frage eines weiblichen Diakonats in der katholischen Kirche einzurichten, weil einige Synoden-Teilnehmer darum gebeten hätten. Papst Franziskus warnte gleichzeitig mit Blick auf diese Frage vor der "Versuchung des Feminismus", wie CNA Deutsch berichtete

Hintergrund: Dienst der Diakonissen 

Die Frage eines Diakonats der Frau wurde in der jüngsten Vergangenheit immer wieder geprüft und ausführlich diskutiert. Hintergrund ist meist das Anliegen interessierter Personen und Kreise, weibliche Priester und Bischöfe zu ermöglichen – aktuell bei der umstrittenen Debatten-Verstanstaltung "Synodaler Weg". 

Ein Bericht der renommierten Internationalen Theologischen Kommission mit dem Titel "Der Diakonat: Entwicklungen und Perspektiven" widmete bereits 2002 der Rolle weiblicher Diakone in der frühen Kirche ein ganzes Kapitel über den "Dienst der Diakonissen".

Im Hinblick auf die Weihe von Frauen zum Diakonat wird von den Experten betont, dass "Diakonissen" in der frühen Kirche des Westens kein Weihe-Amt ausübten. Deren Dienst – etwa die Begeleitung kranker Frauen – erfüllt damit nicht die Erwartung von selbst-ernannten Reformern, die letztlich eine Weihe von Frauen zu katholischen Priestern anstreben. Der Vatikan veröffentlichte im Jahr 2003 "Der Diakonat: Entwicklungen und Perspektiven". Darin stellt die Internationale Theologische Kommission fest:

"1. Die Diakonissen, die in der Überlieferung der frühen Kirche erwähnt werden, sind – entsprechend dem, was der Ritus der Einsetzung und die ausgeübten Funktionen nahe legen – nicht schlicht und einfach mit den Diakonen gleichzusetzen;

2. die Einheit des Weihesakraments, in der klaren Unterscheidung zwischen den Dienstämtern des Bischofs und der Presbyter auf der einen und dem diakonalen Dienstamt auf der anderen Seite, wird durch die kirchliche Tradition stark betont, vor allem durch die Lehre des II. Vatikanum und die nachkonziliare Lehre des Lehramts."

Die ITK erklärte dazu im Jahr 2003 auch: "Im Licht dieser Momente, die in der vorliegenden historisch-theologischen Untersuchung herausgestellt wurden, kommt es dem Amt der Unterscheidung, das der Herr in seiner Kirche eingerichtet hat, zu, sich mit Autorität zu dieser Frage zu äußern." Die Frage wird also weiter die Kirche beschäftigen – zumal die Ergebnisse der jüngsten Kommission bislang nicht vorliegen, und bei Bedarf von einer weiteren Kommission noch einmal aufgerollt werden könnten.

Allerdings stellt bereits im Juni 2018 Kardinal Luis Ladaria – Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre und Leiter der Kommission – klar, dass "der Heilige Vater uns nicht gebeten hat, zu untersuchen, ob Frauen Diakoninnen sein können oder nicht.... sondern [er bat uns], klar und deutlich zu sagen, was die Probleme sind und wie die Situation in der alten Kirche in diesem Punkt des Frauendiakons ist".

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