Der Heilige Stuhl zur UN: Ein "Recht auf Abtreibung" juristisch wie moralisch unhaltbar

Papst Franziskus mit Erzbischof Bernardito Auza, dem ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am 14. Dezember 2017 im Vatikan
Foto: L'Osservatore Romano
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Der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen hat der UN-Kommission für Bevölkerung und Entwicklung gesagt, dass das Beharren auf einem "Recht auf Abtreibung" von den Bemühungen der Kommission ablenkt, die tatsächlichen Bedürfnisse von Müttern und Kindern zu erfüllen.

UN-Vertreter aus europäischen Ländern hatten beim jährlichen Frühjahrstreffen dazu aufgerufen, die "Fortschritte" in Sachen "sexueller und reproduktiver Dienstleistungen" zu beschleunigen. Gemeint sei damit auch der "universale Zugang" zu "sicherer und legaler Abtreibung".

Dagegen erhob Erzbischof Bernardito Auza seine Stimme. Er ist der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen.

"Bevölkerungsfragen zu formulieren und zu positionieren, bedeutet jedoch, im Hinblick auf die individuellen "sexuellen und reproduktiven Rechte" den Fokus von dem zu ändern, was das eigentliche Anliegen von Regierungen und internationalen Organisationen sein sollte", sagte Auza am 3. April.

"Der Vorschlag, dass die reproduktive Gesundheit ein Recht auf Abtreibung beinhaltet, verstößt ausdrücklich gegen die Sprache der Weltbevölkerungskonferenz, missachtet moralische und rechtliche Standards innerhalb der nationalen Gesetzgebung und spaltet die Bemühungen, die echten Bedürfnisse von Müttern und Kindern sicherzustellen, insbesondere die der ungeborenen Kinder", so der Erzbischof weiter.

Der Vertreter des Vatikans forderte auch Maßnahmen bei der Ausbeutung von Migranten, für einen "verantwortungsbewussten Umgang" mit den Ressourcen der Welt und bekräftigte, dass die Familie die grundlegende Einheit der Gesellschaft ist.

Erzbischof Auza sagte, dass Fragen über die Fortpflanzung und Weitergabe des Lebens miteinander zusammenhängen. Sie könnten nur dann angemessen behandelt werden, wenn sie das Wohl der Familie zum Zweck haben.

"Regierungen und Gesellschaften sollten eine Sozialpolitik fördern, die die Familie zum Hauptzweck hat, indem sie ihr mit angemessenen Mitteln und effizienten Unterstützungsmitteln helfen, sowohl bei der Kindererziehung als auch bei der Betreuung älterer Menschen, um die Beziehungen zwischen den Generationen zu stärken und zu vermeiden, dass ältere Menschen von der Familieneinheit getrennt werden", sagte er.

Eine Vertreterin des Abtreibungsanbieters "Planned Parenthood" nahm auch an der 52. Sitzung der UN-Kommission für Bevölkerung und Entwicklung vom 1. bis 5. April teil.

"Jedes Jahr sind Millionen von Frauen und Mädchen gezwungen, ihre Schwangerschaft fortzusetzen, weil es keinen Zugang zu einer sicheren und legalen Abtreibung gibt", sagte Mary Alcalde von "Planned Parenthood" der UN-Kommission am 3. April.

Sie forderte "eine umfassende Sexualaufklärung, den Zugang zu Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, den Zugang zu sicherer und legaler Abtreibung und die Beteiligung der Zivilgesellschaft" in das Aktionsprogramm der Kommission aufzunehmen.

Die Bevölkerungskommission der Vereinten Nationen beendete ihre zweiundfünfzigste Sitzung und bekräftigte ihr Engagement für das "Aktionsprogramm", das vor 25 Jahren auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung in Kairo verabschiedet wurde.

Der heilige Papst Johannes Paul II. hat 1994 in einem Brief an den Generalsekretär der Konferenz von Kairo erklärt, dass er über den Entwurf des Schlussdokuments der Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung sehr besorgt sei. Der Papst stellte fest, dass es bereits eine "Tendenz zur Förderung eines international anerkannten Rechts auf Zugang zur Abtreibung auf Verlangen ohne Einschränkung und ohne Rücksicht auf die Rechte des Ungeborenen" gebe.

"Die Vision der Sexualität, die das Dokument inspiriert, ist individualistisch", sagte der heilige Johannes Paul II.

Der Papst fragte den Generalsekretär:

"Welche Zukunft schlagen wir den Jugendlichen vor, wenn wir sie in ihrer Unreife lassen, um ihrem Instinkt zu folgen, ohne die zwischenmenschlichen und moralischen Auswirkungen ihres sexuellen Verhaltens zu berücksichtigen? Haben wir nicht die Pflicht, die Augen für die Schäden und Leiden zu öffnen, zu denen moralisch unverantwortliches Sexualverhalten führen kann? Ist es nicht unsere Aufgabe, sie mit einer anspruchsvollen Ethik herauszufordern, die ihre Würde voll respektiert und sie zu jener Selbstkontrolle führt, die notwendig ist, um den vielen Anforderungen des Lebens zu begegnen?"

Rein politische oder ideologische Überlegungen dürften nicht die Grundlage sein, auf der wesentliche Entscheidungen für die Zukunft der Gesellschaft getroffen werden, so der heilige Papst weiter. "Was hier auf dem Spiel steht, ist die Zukunft der Menschheit", so Johannes Paul II.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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