Erstes Folgetreffen des Krisengipfels vereinbart weitere Folgetreffen

Pressekonferenz im Rahmen des Krisengipfels zur Missbrauchskrise der Kirche im Vatikan am 24. Februar 2019
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Beim ersten Folgetreffen des Krisengipfels im Vatikan haben die Organisatoren die Wichtigkeit der "Begegnung" betont, sowie die Notwendigkeit konkreter Antworten, wie seit Monaten von Katholiken gefordert wird.

Im Mittelpunkt der vierstündigen Sitzung am 25. Februar stand "zuerst und einstimmig" der Wunsch von Papst Franziskus nach "Begegnung", so eine Erklärung des päpstlichen Sprechers Alessandro Gisotti.

Anwesend waren einige hochrangige Beamte des Staatssekretariats, die Leiter mehrerer vatikanischer Dikasterien und Organisatoren des Krisengipfels: Jesuitenpater Federico Lombardi, Jesuitenpater Hans Zollner, Erzbischof Charles Scicluna, Kardinal Oswald Gracias und Kardinal Blase Cupich.

Die Gruppe einigte sich darauf, weitere "interdikasteriale" Treffen abzuhalten "im Namen der Synodalität und Synergie", um die "Fortschritte" bei den auf dem Gipfel eingegangenen Verpflichtungen zu begleiten, hieß es.

Pressesprecher Gisotti sagte weiter, dass die Leiter der Dikasterien, indem sie "offen sprachen", ihr "Engagement" bekräftigten, "dem Beispiel von Papst Franziskus im Kampf gegen Missbrauch zu folgen", wobei der Schwerpunkt auf der "Begegnung" und dem Zuhören der Opfer liege.

Soweit der kommissarischer Leiter der Pressestelle gegenüber Journalisten.

Weitere Themen während des Treffens seien die "Notwendigkeit einer besseren Ausbildung zum Kinderschutz" und eine "stärkere Beteiligung von Laien", sagte Gisotti weiter.

Die Organisatoren skizzierten für die Ams die Grundsätze hinter den bevorstehenden Dokumenten und Arbeitsgruppen - die versprochenen Ergebnisse des Missbrauchsgipfels, die am Sonntag angekündigt wurden.

Es sind drei "konkrete Maßnahmen", die als Ergebnis des Krisengipfels von Pater Lombardi mitgeteilt wurden:

  1. Die Veröffentlichung eines neuen Motu Proprio von Papst Franziskus "zum Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Personen".
  2. Ein Vademecum - oder Handbuch – das die Kongregation für die Glaubenslehre erarbeitet, welches die Aufgaben und Pflichten der Bischöfe beschreibt.
  3. Arbeitsgruppen, die in den kommenden Monaten eingeführt werden sollen, die hilfsbedürftige Ortskirchen unterstützen sollen bei der Problemlösung und der Entwicklung von Initiativen in ihren Bischofskonferenzen und Bistümern.

Außerdem wurde bekanntgegeben, dass der Vatikanstaat in den kommenden Wochen auch ein eigenes neues Kinderschutzgesetz erhalten werde.

Das Treffen vom 21. bis 24. Februar hatte Papst Franziskus angesichts der weltweiten Skandale wegen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Seminaristen und junge Priester durch Bischöfe, des Missbrauchs meist männlicher Kinder und Jugendlicher durch Priester sowie die systematische Vertuschung dieser Verbrechen durch Bischöfe und Kardinäle einberufen.

Viele dieser Fälle legen Jahrzehnte zurück, traten jedoch im Jahr 2018 an das Licht der Öffentlichkeit, darunter der – bis heute viele Fragen aufwerfende – Fall McCarrick und Skandale in ChileHondurasAustralien, in Irland, aber auch Deutschland und den Niederlanden.

An dem vom Vatikan offiziell als "Kinderschutzkonferenz" bezeichneten Krisengipfel nahmen rund 190 Vorsitzende von Bischofskonferenzen und weitere Entscheidungsträger teil.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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