Limburg: Kirche soll Promiskuität akzeptieren und "mit Regenbogenflagge vorneweg gehen"

Im März 2021 erklärte die Glaubenskongregation in einem Antwortschreiben, weshalb die Kirche keine homosexuellen Partnerschaften segnen könne. Aus Protest wurden daraufhin in Deutschland vielerorts Regenbogenflaggen an Kirchengebäuden gehisst.
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

"Ich kann mich erst dann von der Kirche als schwuler Mann angenommen fühlen, wenn ich auch mit wechselnden Partnern akzeptiert werde." Das sagte ein Seelsorger und Jugendbildungsreferent im Bistum Limburg vergangene Woche bei einer kirchlichen Podiumsdiskussion.

Wie die Diözese auf ihrer eigenen Homepage mitteilt, forderte Eric Tilch anlässlich der LGBT-Kampagne "Out in Church" auch, dass die Kirche neben homosexueller Promiskuität weitere Formen praktizierter Sexualität annehmen müsse: Die Katholische Kirche komme "zwar nun an den Punkt, an dem sie feste gleichgeschlechtliche Partnerschaften gerade so akzeptiere". Aber "alle anderen Formen der Liebe" würden noch immer im Dunkeln liegen, so der sich selbst als schwul identifizierende Tilch.

Der Jugendseelsorger im Bistum Limburg forderte auch, den christlichen Familienbegriff abzuschaffen – also Vater, Mutter und Kinder.

Diesen seit über 2000 Jahren am Vorbild der Heiligen Familie "Weg der Kirche" (St. Johannes Paul II.) bezeichnet Tilch als einen Begriff der 1950er Jahre. 

Tilch wörtlich: "Ich sorge mich, dass die Kirche an einem Familienbild aus den 1950er Jahren hängt, also Vater, Mutter, Kind". Dabei gebe es "so viel mehr als das, zum Beispiel Patchworkfamilien, wechselnde Beziehungen, polyamore Liebe."

Nach Auffassung der Katholischen Kirche, die Tilch als Seelsorger einsetzt, ist die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ein in Gottes Schöpfung angelegtes Sakrament

"Die Gestalterin, die sich Gott nennt"

Bei der Veranstaltung, so das Bistum Limburg auf seiner offiziellen Webseite weiter, sprachen weitere kirchliche Mitarbeiter und Personen, die in dem Film "Wie Gott uns schuf" auftreten.

So erklärte die mit einer Frau – laut Bistumsmeldung – verheiratete Bettina Offer, die Kirche "müsse endlich ihre Aufgabe verstehen, hinzusehen, was 'die Gestalterin, die sich Gott nennt', alles geschaffen habe, und all das Bunte einzubinden." 

Neben den LGBT-Aktivisten sprachen im Gemeindezentrum von St. Christophorus auch Vertreter einer Gesellschaft "für Transidentität und Intersexualität". Vorstandsmitglied Petra Weitzel sagte laut Bistum unter anderem, "dass geschlechtliche Identität und Sexualität zwei unterschiedliche Dinge" seien. 

Papst Franziskus und der Vatikan haben wiederholt mit großer Deutlichkeit den Thesen einer "Gender-Ideologie" widersprochen und davor gewarnt.

Praktizierte Homosexualität und die Kirche

Ein weiterer Redner auf dem Podium in Frankfurt war Stefan Diefenbach, "früher Ordensmann und heute mit einem Mann verheiratet". 

Diefenbach forderte, wie auch der Limburger Bischof Georg BätzingKardinal Reinhard Marx und andere deutsche Bischöfe mit dem "Synodalen Weg", dass der Katechismus der Kirche geändert werden müsse, was praktizierte Homosexualität betrifft.

Der Katechismus der Katholischen Kirche ist laut Papst St. Johannes Paul II. eine "sichere Norm für die Lehre des Glaubens" und "eine Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird". 

Der KKK schreibt zum Thema gleichgeschlechtlicher Sexualakte mit Verweis auf seine biblischen Grundlagen: "Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19,1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10.], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, 'daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind' (CDF, Erkl. 'Persona humana' 8)."

2021 bekräftigte die Glaubenskongregation, die Kirche könne keine homosexuellen Partnerschaften segnen. Zahlreiche deutsche Bischöfe stellten sich jedoch öffentlich und  ausdrücklich gegen das Nein aus dem Vatikan.

Kardinal Reinhard Marx, der in seinem Erzbistum unter anderem auch einen "Queer-Gottesdienst" gefeiert hat, erklärte erstmals Ende März in einem Magazin-Interview öffentlich, selbst "vor einigen Jahren" einer homosexuellen Beziehung einen Segen gegeben zu haben. Er fühle sich "freier" seine Meinung zu äußern, so der Münchner Erzbischof gegenüber dem "Stern". 

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