Marx: "Wer Hunger hat und glaubt, dem muss der Zugang zur Eucharistie ermöglicht werden"

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz äußert sich auf dem Katholikentag zum Kommunionstreit

Kardinal Reinhard Marx bei der Eröffnung des 101. Katholikentags in Münster.
Foto: www.katholikentag.de / Nadine Malzkorn
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Kardinal Reinhard Marx hat auf dem Katholikentag in Münster erneut seinen Wunsch geäußert, dass evangelische Ehepartner katholischer Christen in Zukunft unter bestimmten Umständen die heilige Kommunion empfangen können. 

Er hoffe sehr, das die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in der Frage bald zu Regelungen komme, sagte er am Freitag. Man solle nicht immer ängstlich auf das sehen, was alles nicht geht, sondern auf das, was geht:

"Wer Hunger hat und glaubt, dem muss der Zugang zur Eucharistie ermöglicht werden. Das muss unsere Leidenschaft sein und da lasse ich nicht nach."

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, unterstützt die Aussagen von Kardinal Marx: "Gerade wenn es Hürden gibt, muss ich doch überlegen, wie kann ich diese Hürden überwinden."

Er erkenne an, dass die Deutsche Bischofskonferenz mit "großer, großer Mehrheit" einen Beschluss zum Umgang mit der Frage der protestantischen Ehepartner bei der Zulassung zur Kommunion gefasst habe. Er werte das als einen großen Erfolg.

Bedford-Strohm erinnerte daran, dass die katholischen Bischöfe von Papst Franziskus den Auftrag hätten, eine Regelung mit größter Einmütigkeit zu erreichen. Für ihn sei der Ansatz der Ökumene aus Rom ein klar pastoral begründeter Ansatz. Um in der Ökumene weiterzukommen, sei für ihn die Freundschaft mit dem anderen und Grundvertrauen die Voraussetzung.

Wie die Presseabteilung des Katholikentags berichtet, bedaure der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Verunsicherungen durch den Konflikt um den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner. Der Brief habe sich nicht gegen ökumenische Ehepaare gerichtet, so Schick. Er habe den durch Indiskretion bekannt gewordenen Brief an Rom unterschrieben, weil ihm als Weltkirche-Bischof der Bischofskonferenz an einer weltweit gültigen Regelung gelegen sei. Er wünsche sich eine einmütige Regelung, wie der Papst sie anstrebe, "und vielleicht hilft er uns noch ein bisschen dabei".

Der Streit um die Frage der Zulassung zur Kommunion von konfessionsverschiedenen Ehepartnern ist auch auf dem aktuell in Münster stattfindenden 101. Katholikentag sehr präsent. Am gestrigen Nachmittag kam es zum Eklat, als der Kabarettist Eckart von Hirschhausen in einer Podiumsdiskussion Anspruch auf die Eucharistie erhob, da er als evangelischer Ehepartner einer Katholikin auch Kirchensteuer zahle. Für seine Äußerungen entschuldigte er sich einen Tag später (CNA Deutsch hat berichtet).

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