"Schämt Euch": Europäisches Parlament lehnt Debatte über Mord an christlicher Studentin ab

Der Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg
Foto: J. Patrick Fischer via Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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Legt die EU wirklich Wert auf den Schutz der Religionsfreiheit? Menschenrechtsanwälte und Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben mit Kritik und Unverständnis darauf reagiert, dass eine Abstimmung über den Standpunkt der Europäischen Kommission zur Verfolgung von Christen – insbesondere zur brutalen Ermordung der Teenagerin Deborah Yabuku Samuel – diese Woche im Parlament mit 231 Ja- und 244 Nein-Stimmen abgelehnt wurde.

Aus Protest gegen die Weigerung des Europäischen Parlaments, angesichts der schweren Gräueltat und Ermordung der jungen Frau Maßnahmen zu ergreifen, riefen mehrere Abgeordnete im Plenarsaal "Schämt euch".

"Was für eine Schande! Das Europäische Parlament will keine Stellung zu dem Mord an der jungen Nigerianerin nehmen, weil sie Christin ist. Sie wollen die Verfolgung, die Christen erleiden, nicht verurteilen. Das ist unentschuldbar", twitterte die Europaabgeordnete Margarita de la Pisa.

"Europa sollte den Namen von Deborah Samuel Yakubu kennen. Die Gelegenheit, sich gegen die brutale und ungerechte Ermordung eines unschuldigen Mädchens auszusprechen, die auf einer falschen Anschuldigung der 'Blasphemie' beruhte, ist unverzeihlich vertan worden. Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden, aber es scheint, dass die EU ein Auge zugedrückt hat", sagte Jean-Paul Van De Walle, Rechtsberater von ADF International in Brüssel.

Auf dem spanischen Online-Portal Libertad Digital erläutert laut einer Meldung der "Tagespost" Carmelo Jordá, wie es zu dieser Weigerung kam: Der Vorschlag zur Behandlung des Mordes sei von der EP-Fraktion "Identität und Demokratie" vorgelegt worden, zu der Parteien wie die italienische Lega, die AfD und der französische "Rassemblement National" gehören.

Die Abgeordneten, die sich für eine Behandlung aussprachen, gehörten den konservativen Parteien an. Die meisten Gegenstimmen seien von den linken Fraktionen abgegeben worden: von den Grünen, Linken und Sozialdemokraten, so die "Tagespost".

Ermordet wegen einer WhatsApp-Nachricht

In Sokoto, Nigeria, hatte ein gewalttätiger Mob die Teenagerin Deborah Samuel Yabuku beschuldigt, den Propheten Mohammed in einer WhatsApp-Diskussionsgruppe im Klassenzimmer beleidigt zu haben.

Einige ihrer Klassenkameraden waren empört, nachdem Yakubu Jesus dafür gedankt hatte, dass er ihr bei einer Prüfung geholfen hatte. Für den Mob war der Vorwurf der Blasphemie ein Grund, sie zu ermorden. 

Die Diözese Sokoto umfasst den gesamten Bundesstaat Sokoto (in rot) sowie Teile der benachbarten Bundesstaaten Zamfara, Kebbi und Katsina. Himalayan Explorer, basierend auf einer Arbeit von Uwe Dedering via Wikimedia (CC BY-SA 3.0).

Ein Mob hatte nach dem Mord eine katholische Kathedrale angegriffen und die Freilassung von zwei Verdächtigen im Zusammenhang gefordert.

Wie die Diözese Sokoto in einer Erklärung mitteilte, griffen die Jugendlichen den Dom der Heiligen Familie in Sokoto im Nordwesten Nigerias an, nachdem die Polizei zwei Studenten im Zusammenhang mit dem Mord an Deborah Samuel festgenommen hatte.

Der muslimische Mob griff auch das katholische Bakhita-Zentrum an und zündeten einen Bus auf dem Gelände an.

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