Warum die Olympischen Spiele in Pyeongchang an Koreas Märtyrer erinnern

Der heilige Andreas Kim Tae-gon
Foto: CNA / Gemeinfrei
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Während die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang weitergehen, blickt die Welt auf Korea nicht nur aus Interesse am Sport-Spektakel.

Die Schwester des nordkoreanischen Diktators, Kim Jong Un, war bei der Eröffnungszeremonie der Spiele anwesend, bei der Athleten aus beiden Koreas unter einer koreanischen Flagge zusammen einmarschierten.

Vizepräsident Mike Pence erklärte, dass die US-Politik nach seiner Reise in die Region unverändert bleiben werde. Pence sagte, "neue starke Sanktionen werden sehr bald kommen und die maximale Druckkampagne wird sich nur verstärken, bis Nordkorea sein Nuklearprogramm verlässt", in einem Beitrag auf Twitter am 12. Februar.

Angesichts der weiter hohen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel werden Katholiken an das Zeugnis des ersten im eigenen Land geborenen Priesters erinnert, dem Märtyrer Andreas Kim Tae-gon.

"St. Andrew Kim Tae-gon ermahnte die Gläubigen, aus der göttlichen Liebe die Kraft zu ziehen, vereint zu bleiben und dem Bösen zu widerstehen", sagte Papst Johannes Paul II. auf seiner dritten und letzten Papstreise nach Südkorea im Jahr 2001.

Der Heilige und erste Priester aus Korea wurde 1821 in eine aristokratische koreanische Familie hineingeboren, die schließlich drei Generationen von katholischen Märtyrern einschloss.

Kims Urgroßvater starb 1814 für seinen katholischen Glauben, Jahrzehnte bevor die ersten katholischen Missionspriester aus Frankreich auf die Halbinsel kamen.

"Die erste christliche Gemeinschaft in Korea ist eine Gemeinschaft, die in der Geschichte der Kirche einzigartig ist, weil sie ausschließlich von Laien gegründet wurde", sagte Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung von 103 koreanischen Märtyrern, darunter Andrew Kim Tae-gon , 1984.

Kim reiste über 1.000 Meilen, um das Seminar in Macau zu besuchen. Während Kim im Seminar war, wurde sein Vater Ignatius Kim Chae-jun im Jahr 1839 für seinen Glauben gemartert.

Nachdem Kim 1845 in Shanghai geweiht worden war, kehrte er in sein Heimatland zurück, um Koreaner heimlich im Glauben zu unterweisen. Nur 13 Monate später wurde er verhaftet.

In seinem letzten Brief aus dem Gefängnis, bevor er gefoltert und enthauptet wurde, schrieb Kim an koreanische Christen:

"Liebste Brüder und Schwestern: Als Er in der Welt war, hat der Herr Jesus unzählige Leiden ertragen und durch seine eigene Leidenschaft und seinen Tod seine Kirche gegründet. Jetzt verstärkt Er dies durch die Leiden seiner Gläubigen. Wie sehr auch immer die Mächte dieser Welt die Kirche unterdrücken und bekämpfen: Sie werden sie niemals niedermachen besiegen. Seit Seiner Himmelfahrt und von der Zeit der Apostel bis zur Gegenwart hat der Herr Jesus seine Kirche wachsen lassen, sogar inmitten der Bedrängnis ... Ich sage Euch, bleibt standhaft im Glauben, damit wir alle am Ende den Himmel erreichen und uns dort gemeinsam freuen. Ich umarme euch alle in Liebe."

Auch und gerade in dem Jahrhundert, in dem schätzungsweise 10.000 Christen in Korea während Verfolgung durch die Chosun-Dynastie den Märtyrertod erlitten, wuchs das Christentum weiter.

"Die großartige Blüte der Kirche in Korea heute ist in der Tat die Frucht des heldenhaften Zeugnisses der Märtyrer. Noch heute unterstützt ihr unsterblicher Geist die Christen in der schweigsamen Kirche im Norden dieses tragisch geteilten Landes", sagte Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung der Märtyrer im Jahr 1984.

Im Jahre 1989 wies Johannes Paul II. in der Olympischen Turnhalle Südkoreas erneut junge Menschen darauf hin, sich diesen Märtyrern zu widmen, da sich das koreanische Volk weiterhin mit der Teilung der Halbinsel auseinandersetzte.

"Eure Märtyrer, viele von ihnen in Eurem Alter, waren viel stärker in ihrem Leiden und Tod als ihre Verfolger in ihrem Hass und ihrer Gewalt. Gewalt zerstört; Liebe verwandelt und baut auf. Das ist die Herausforderung, vor die Christus Euch junge Koreaner stellt: Die Instrumente wahren Fortschritts in der Geschichte Eures Landes sein zu wollen. Christus ruft Euch auf, nicht niederzureißen und zu zerstören, sondern sich zu verwandeln und aufzubauen".

Der heilige Papst weiter: "Die koreanische Nation steht symbolisch für eine Welt, die gespalten ist und noch nicht fähig ist, in Frieden und Gerechtigkeit eins zu werden". Johannes Paul II. betonte jedoch: "es gibt einen Weg nach vorn. Wahrer Friede - der Schalom, den die Welt dringend braucht - entspringt ewig dem unendlich reichen Geheimnis der Liebe Gottes. "

"Als Christen sind wir davon überzeugt, dass das Ostergeheimnis Christi die Kraft des Lebens und der Liebe, die alles Böse und jede Trennung überwindet, gegenwärtig und verfügbar macht", fuhr Johannes Paul II. fort. "Die Eucharistie ist das Sakrament des 'Friedens' Christi, denn es ist das Gedenken an das erlösende Erlösungsopfer des Kreuzes."

Als Papst Johannes Paul II. über den Frieden auf der koreanischen Halbinsel sprach, erinnerte er daran:

"Wir müssen den Worten Christi aufmerksam zuhören: 'nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich' Euch den Frieden [Joh 14:27] Christi Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, das Schweigen von Waffen. Es ist nichts weniger als die Mitteilung: 'die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.'" [Römer 5:5]

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