Initiative "Neuer Anfang" ruft zum Gebet während Vollversammlung des "Synodalen Wegs" auf

Gebet
Foto: Flickr / Rachel Titiriga (CC BY-NC-ND 2.0)

Anlässlich der 4. Vollversammlung des deutschen "Synodalen Wegs", die vom 3. bis 5. Februar 2022 in Frankfurt veranstaltet werden soll, lädt die Initiative "Neuer Anfang" alle Gläubigen ein, sich ab dem 28. Januar an einer Novene, einem neuntägigen Fürbittgebet, zu beteiligen.

"Wir sind davon überzeugt, dass die Kirche vor allem Gebet braucht: Wir können nur im Gespräch mit dem Herrn herausfinden, was zu tun ist, nur verbunden mit ihm können wir die notwendigen Schritte gehen", heißt es im Vorwort zu der Novene.

"Das Gebet beginnt am 28. Januar 2022 und kann von jedem mitgebetet werden", erklärten die Organisatoren der Initiative in einer Mitteilung am 18. Januar.

"Aufgrund des weltkirchlichen Interesses an den auf dem Synodalen Weg diskutierten Fragen" werde die Novene in mehreren Sprachen zum Download auf der Homepage der Initiative unter www.neueranfang.online zur Verfügung gestellt.

"Auch Papst Franziskus erinnerte erst kürzlich daran, dass der Heilige Geist die Kirche forme und reformiere – durch das Wort Gottes und durch die Heiligen, die das Wort in ihrem Leben in die Tat umsetzten", heißt es dazu weiter.

Die Initiative "Neuer Anfang" hatte Anfang Januar 2022 zu einer Wallfahrt zu den Apostelgräbern in Rom eingeladen, um dort für die geistige Erneuerung der Katholischen Kirche in Deutschland zu beten. Bei dieser Gelegenheit überreichten sie am 5. Januar dieses Jahres Papst Franziskus ihr Reform-Manifest mit nahezu 6.000 Unterstützer-Unterschriften, wie CNA Deutsch berichtete.

Das in mehreren Sprachen verfügbare Manifest ist auf der Webseite der Initiative veröffentlicht worden.

Darin bekennen die Unterzeichner die Notwendigkeit grundlegender Reformen der Kirche, kritisieren aber den "Synodalen Weg" in Deutschland, der auf dramatische Weise den Ansatz wahrer Reform verfehle, weil er am Kern der Krise vorbeigehe, der deutsche Sonderweg den Frieden in den Gemeinden verletze und den Weg der Einheit mit der Weltkirche verlasse, so die Befürchtung der Initiatoren.

"Kirche als Synode"

In Rom habe Kardinal Kurt Koch den Teilnehmern der Wallfahrt in seiner Predigt verdeutlicht, das "tiefste Wesen der Kirche als Synode sei die "heilige Eucharistie". Koch weiter: "Kirche als Synode lebt vor allem dort, wo sich Christen zur Feier der Eucharistie versammeln, und sie ist deshalb ein elementar geistliches Geschehen. Von daher verstehen wir, weshalb Papst Franziskus beinahe refrainartig wiederholt, dass eine Synode etwas ganz anderes als ein Parlament ist. Und von daher wird ebenso einsichtig, dass nur ein solches synodales Geschehen einer wahren und gewiss notwendigen Erneuerung der Kirche dient."

Die Begegnung mit der Initiative mit Papst Franziskus war nicht die erste Gelegenheit, bei der sich das Kirchenoberhaupt mit Einschätzungen der Situation des "Synodalen Wegs" informieren konnte

Nach den jüngsten Eklats der umstrittenen deutschen Debattenveranstaltung – bis hin zu einem Affront der ZdK-Funktionärin Karin Kortmann (SPD) gegen seinen Nuntius hatte sich Franziskus "aus erster Hand" bereits im Oktober über die Lage in Deutschland informieren lassen.

Warnung des Papstes vor Häresie

Zuvor hatten der Papst und der Vatikan wiederholt mit zunehmend deutlichen Worten gegen die von ZdK und Bischofskonferenz betriebenen Veranstaltung interveniert, die seit ihrer Ankündigung als vermeintlich "verbindlicher Prozess" (sic) durch Kardinal Reinhard Marx und den damaligen ZdK-Präsident Thomas Sternberg (CDU) Kritik auf sich gezogen hat. Mittlerweile sind sowohl Marx als auch Sternberg nicht mehr im Präsidium der Veranstaltung vertreten.

Papst Franziskus hat indessen schon 2015 sehr deutliche Kritik mit einer Reihe von Aufforderungen an die deutschen Bischöfe verknüpft: Sie sollten die Neu-Evangelisierung konkret und nachhaltig anpacken, die Sakramente der Beichte und Eucharistie fördern, die Rolle der Priester stärken, akademische Theologie auf den Boden des Glaubens stellen, und ungeborenes Leben sowie Alte und Kranke schützen. 

Diese Anliegen griff der Papst knapp vier Jahre später in seinem Brief an die deutschen Katholiken erneut auf.

"Dies verlangt vom ganzen Volk Gottes und besonders von ihren Hirten eine Haltung der Wachsamkeit und der Bekehrung, die es ermöglicht, das Leben und die Wirksamkeit dieser Wirklichkeiten zu erhalten. Die Wachsamkeit und die Bekehrung sind Gaben, die nur der Herr uns schenken kann. Uns muss es genügen, durch Gebet und Fasten um seine Gnade zu bitten."

Wer stattdessen meine, "die beste Antwort bestehe in einem Reorganisieren der Dinge", so Papst Franziskus, der falle auf eine Versuchung herein: Die Häresie des "Pelagianismus".

Diese Häresie habe katastrophale Folgen, warnte der Papst das "Gottesvolk in Deutschland" weiter, denn blindes "Reformieren" wird "das Herz unseres Volkes einschläfern und zähmen und die lebendige Kraft des Evangeliums, die der Geist schenken möchte, verringern oder gar zum Schweigen bringen: «Das aber wäre die größte Sünde der Verweltlichung und verweltlichter Geisteshaltung gegen das Evangelium»".

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