Islamischer Staat reklamiert Oster-Anschläge in Sri Lanka für sich

Oberster Kolumbusritter: "Jetzt ist es an der Zeit, dass jedes Land konkrete Schritte unternimmt, um seine Minderheiten, einschließlich der Christen, zu schützen"

Sri Lankas Katholiken nehmen Abschied von Opfern der Angriffe der Osternacht in der St.-Sebastian-Kirche in Negambo am 23. April 2019.
Foto: Atul Loke/Getty Images
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Der Islamische Staat hat die Oster-Anschläge in Sri Lanka für sich reklamiert, bei denen mindestens 321 Menschen getötet und 500 verletzt wurden. Unterdessen laufen Ermittlungen zu einem Vorfall in München, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden, sowie zur Schändung einer katholischen Kirche in Nordirland in der Osternacht. Angesichts der Vorfälle werden Forderungen nach einem besseren Schutz von Christen und Kirchen vor Hassverbrechen und Gewalt lauter - auch aus Deutschland.

Die Nachrichtenagentur des Islamischen Staates teilte am 23. April mit, dass die "Täter des Angriffs auf Angehörige der Länder der Koalitionen und Christen in Sri Lanka" Angehörige des IS gewesen seien.

Sri Lankas Regierung und Ermittlungsbehörden haben eine heimische islamistische Gruppe namens "National Thowheed Jamath" der Ausführung der Angriffe beschuldigt, jedoch gleichzeitig betont, dass ein internationales Netzwerk die Angriffe unterstützt haben müsse, wie CNA Deutsch berichtete.

Der IS hat über seine Agentur wiederholt Terror-Angriffe und Verbrechen einzelner Täter für sich reklamiert, bei denen eine direkte Beteiligung unwahrscheinlich war.

Angesichts der Tatsache, dass die Anschläge von Sri Lanka aufwändig geplant und gezielt koordiniert waren, gehen Beobachter davon aus, dass der IS in diesem Fall tatsächlich direkt involviert war.

Sri Lankas Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene behauptete am Dienstag, dass die Kirchenbombenanschläge in Sri Lanka Vergeltungsmaßnahmen für die Moscheebombenanschläge in Christchurch Neuseeland seien, berichtete "AP". Dafür gebe es keine Hinweise, erklärte daraufhin das Büro der neuseeländischen Premierministerin.

Unterdessen bleiben die Kirchen in Sri Lanka bis auf weiteres geschlossen. 

Forderung nach Schutz von Christen

Die katholische Organisation der Kolumbus-Ritter hat 100.000 US-Dollar für die Opfer und Angehörigen der Angriffe zugesagt, um beim Wiederaufbau der Kirchen wie der christlichen Gemeinschaft zu helfen.

"Wer solche Terror-Angriffe wie die am Ostersonntag verübt, der lehnt die Heiligkeit des Lebens ab, die Menschenrechte und die Religionsfreiheit ", sagte Carl Anderson, Oberster Ritter der Knights of Columbus.

"Weltweit ist es gut dokumentiert, dass Christen heute die am meisten verfolgte religiöse Gemeinschaft sind", sagte Anderson.

"Jetzt ist es an der Zeit, dass jedes Land konkrete Schritte unternimmt, um seine Minderheiten, einschließlich der Christen, zu schützen und diese Verfolgung und dieses Gemetzel zu beenden."

Ähnlich äußerte sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in einem Interview mit der "Funke"-Mediengruppe. Regierungen müssten "gefährdeten Minderheiten zur Seite zu stehen und sie nach Kräften zu schützen" angesichts "des Blutvergießens gegen Christen, aber auch von Attentaten gegen andere religiöse Gruppen".

Ob ein Vorfall in der Münchner Paulskirche, bei dem ein Somalier die Osterfeier der kroatischen Gemeinde störte und Steine warf, bis ihn Kirchgänger überwältigten, ebenfalls islamistisch motiviert oder die Zufallstat eines "verwirrten" Einzeltäters, ist noch unklar. Augenzeugenberichten zufolge rief der Mann "Allahu Akbar". Die Ermittlungen der bayerischen Behörden laufen. Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen.

Wie CNA Deutsch berichtete, steht das Erzbistum München und Freising nach eigenen Angaben in Kontakt mit der Polizei, um die Sicherheit von Kirchgängern zu gewährleisten.

Unabhängig von der Frage nach der ideologischen Motivation der Täter: Tatsache ist, dass immer wieder Kirchen und christliche Symbole in den vergangenen Monaten entweiht und beschädigt wurden.

So wurde bei einem weiteren Vorfall in der Osternacht in Nordirland eine katholische Kirche geschändet. Ein Täter beschmierte die Sacred Heart Church in Ballyclare, etwa 20 Kilometer nördlich von Belfast, mit weißer Farbe. Die Polizei nahm einen 26-jährigen Mann fest. Eine 35-jährige Frau wurde von der Polizei offiziell verwarnt, berichtete die "Irish Times".

In Frankreich ermitteln die Behörden nicht nur im Fall des Großbrandes von Notre Dame in Paris, sondern zahlreichen weiteren Straftaten – einer ganzen Serie von Angriffen – gegen Gotteshäuser und katholische Einrichtungen, wie CNA Deutsch berichtete.

Bereits in der Karwoche wurde ein Islamist in Marokko verhaftet, der nach Angaben der Polizei einen Anschlag auf die Feiern in Sevilla plante. Und in New York übergab das Sicherheitspersonal der Kathedrale von St. Patrick einen Mann der Polizei, der mit mehreren Benzinkanistern in den Dom eindringen wollte.

Auch die Ermittlungen zu den Osterangriffen in Sri Lanka dauern an. Berichten zufolge haben Sicherheitskräfte bis zu 24 Personen verhaftet. Die Inselnation hat zudem den nationalen Notstand ausgerufen.

Trauerfeiern in Sri Lanka

Am gestrigen 23. April fanden Trauerfeiern für die Opfer der Angriffe auf die katholische Kirche St. Sebastian in Negombo und den St. Antonius-Wallfahrtskirche in Colombo statt.

Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo, sagte gegenüber EWTN, dass die örtliche katholische Gemeinschaft wegen des schrecklichen Massakers am Ostersonntag enorm gelitten habe.

"Wir haben in beiden Kirchen so viele wertvolle Leben verloren.... eine riesige Anzahl von Menschen", sagte Kardinal Ranjith gegenüber "EWTN News Nightly" am 22. April.

Der Erzbischof sagte, dass er zur Heiligtum des heiligen Antonius eilte, sobald er von dem Angriff am Sonntagmorgen hörte. Die Polizei erlaubte ihm jedoch nicht, die Kirche zu betreten, weil sie vermuteten, dass weitere Sprengsätze in der Kirche sein könnten.

"Von außen sah ich eine Menge Verwüstung außerhalb der Kirche", sagte Ranjith. "Als ich so viele Leichen sah, war ich völlig erschüttert und fassungslos."

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