Medien, Missbrauch und Kirche: Der Krisengipfel im Rückblick (Bericht und EWTN-Spezial)

Valentina Alazraki
Foto: EWTN
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Einen transparenten, offenen Umgang der Kirche mit den Medien hat Valentina Alazraki gefordert. Die Journalistin des mexikanischen Fernsehsenders "Televisa" sprach beim Missbrauchsgipfel des Vatikans über die Notwendigkeit ehrlicher Kommunikation zwischen Bischöfen und Kardinälen auf der einen Seite und der Presse auf der anderen.  

Valentina Alazraki ist seit fast 45 Jahren Korrespondentin in Rom und hat fünf Pontifikate als Journalistin begleitet. Die renommierte Vatikanistin konfrontierte die Teilnehmer des Gipfels, der vom 21. bis 24. Februar abgehalten wurde, mit Fragen, die so mancher Würdenträger als unangenehm empfunden haben wird:

"Fragen Sie sich selbst: Sind Sie so entschlossen wie wir Journalisten, gegen die entschieden vorzugehen, die Missbrauch begehen oder vertuschen?"

Die Medien hätten sich entschieden, auf wessen Seite sie stehen, so Alazraki, und fuhr an die rund 190 Bischöfe und Kirchenvertreter gerichtet fort: "Haben Sie das ebenfalls wirklich getan, oder nur mit Worten gesagt?"

"Wenn Sie gegen diejenigen sind, die Missbrauch begehen oder vertuschen, dann sind wir auf der gleichen Seite. Dann können wir Verbündete sein und keine Gegner", so Alazraki. 

"Aber wenn Sie sich nicht radikal entscheiden, auf der Seite der Kinder zu stehen, auf der Seite der Mütter, der Familien, der Zivilgesellschaft, dann haben Sie zurecht Angst vor uns, weil wir Journalisten, denen um das Gemeinwohl zu tun ist, Ihre größten Feinde sein werden."

In ihren gut vier Jahrzehnten der Berichterstattung aus Rom habe sie wirklich alles gesehen, sagte die Journalistin.  

"Wie oft habe ich schon gehört, dass der Skandal des Missbrauchs die Schuld der 'Presse' ist, dass es sich um eine Verschwörung bestimmter Medien handelt, um die Kirche zu diskreditieren, dass verborgene Kräfte sie unterstützen, um dieser Institution ein Ende zu setzen."

Natürlich gebe es Reporter, "die gründlicher recherchieren als andere", und Medien, "die mehr oder weniger von der Politik abhängig sind", räumte sie ein.

Aber selbst wenn ideologische oder wirtschaftliche Interessen im Spiel sind: Den Medien könne keinesfalls daraus ein Vorwurf gemacht werden, Missbrauch aufgedeckt oder gemeldet zu haben, betonte sie. Dabei gehe es schließlich nicht um Klatsch und Gerüchte, sondern um Verbrechen.

Sie erinnerte "an die Worte von Papst Benedikt XVI. während des Fluges nach Lissabon, als er uns sagte, dass die größte Verfolgung der Kirche nicht von den äußeren Feinden stammt, sondern durch die Sünden innerhalb der Kirche."

Wie dies zu verstehen ist, und was insgesamt auf dem Spiel steht: Das ordneten in einer Sondersendung des katholischen Fernsehsenders EWTN.TV der Experte und Redakteur Robert Rauhut sowie Programmdirektor Martin Rothweiler ein. Sie warfen einen Rückblick auf die Kinderschutzkonferenz insgesamt - auch mit Blick auf die Frage der Homosexualität, und was Kardinal Reinhard Marx in Rom dazu sagte - und analysierten zudem die kritischen Reaktionen auf den Gipfel: 

TV-TIPP: Die gesamte Gipfelberichterstattung des katholischen Fernsehsenders EWTN.TV sehen sie unter: http://youtube.com/ewtndeutschland 

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