Politologe: "Synodaler Weg" plant "legale Revolution" in der Kirche

Der Dom in Frankfurt am Main.
Foto: rupp.de / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Der Politikwissenschaftler Mariano Barbato bezeichnet die von den deutschen Bischöfen und dem ZdK lancierten Vorschläge zur "Reform" der katholischen Kirche als "legale Revolution".

Für die Plenarsitzung des "Synodalen Wegs" am Donnerstag lägen Entwürfe vor, die aus Bischöfen und Pfarrer "Funktionäre der Mehrheitsmeinung" machen würden. Die vom Forum 1 "Macht und Gewaltenteilung in der Kirche" vorgeschlagene "Selbstbindung" des Klerus an Gremienbeschlüsse zerbreche an der "Logik der Hierarchie", schreibt Barbato in der "Herder Korrespondenz" (Oktober).

Außerdem würde damit keineswegs die Demokratisierung befördert, sondern wegen der zu erwartenden niedrigen Wahlbeteiligung nur eine "Formalisierung der bereits bestehenden informellen Oligarchie" erreicht.

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller behauptet, die Texte seien "innovativ und seriös". In der "Herder Korrespondenz" räumt er gleichzeitig ein "hohes Konfliktpotenzial" der Debattenveranstaltung ein. 

Tatsächlich ist der heftig umstrittene "Synodale Weg" seit Beginn ein innerkichlicher Konfliktherd, gegen den der Vatikan mehrfach gezwungen wurde, zu intervenieren.

Die von Kardinal Reinhard Marx als "verbindlich" angekündigte Veranstaltung ist mittlerweile weder verbindlich – noch ist klar, wie sie in den weltkirchlichen "synodalen Prozess über Synodalität" eingebunden wird, den Papst Franziskus mittlerweile angekündigt hat.

So hat der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, erklärt, dass der italienische synodale Prozess nicht vergleichbar mit dem deutschen "Synodalen Weg" sei. Die Worte des italienischen Kardinals folgten der scharfen Kritik von Kardinal Vinko Puljić, dem Erzbischof von Sarajevo, an den "exotischen Ideen" des deutschen Prozesses – sowie der äußerst scharfen Kritik der amerikanischen Erzbischöfe Samuel Aquila von Denver und Salvatore Cordileone von San Francisco.

Auch der australische Kardinal George Pell sowie der italienische Kardinal Camillo Ruini, der englische Bischof Philip Egan von Portsmouth und der spanische Bischof José Ignacio Munilla Aguirre von San Sebastián haben sich der weltweit wachsenden Zahl von Kirchenvertretern und prominenten Theologen angeschlossen, die sich besorgt über den "Synodalen Weg" und andere Vorgänge in Deutschlands Diözesen zu Wort gemeldet haben. 

Die kontroverse Debattenveranstaltung hat auch innerhalb der deutschen Diözesen für TurbulenzenKritik und schwere Bedenken gesorgt – vor allem auch theologische.  

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